Augeninfektionen: Besser Jod statt Antibiotika gegen InfektionenBei Augeninfektionen können Antibiotika in Augentropfen die Entwicklung von resistenten Bakterien in der Bindehaut fördern . Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) rät deshalb zum zurückhaltenden Einsatz. Selbst bei Injektionen in den Augapfel kann eine Jodspülung vor dem operativen Eingriff Patienten besser vor Augeninfektionen schützen als antibiotische Tropfen nach der Operation. Auch bei der Behandlung von akuten Bindehautentzündungen sollte meist zunächst auf antibiotische Augentropfen verzichtet werden.

AugeninfektionenBei jeder Injektion ins Auge können Bakterien aus der Bindehaut ins Augeninnere verschleppt werden. Die Konsequenz: Eine schwere Entzündung des Auges. Diese Endophthalmitis ist eine gefürchtete Komplikation, da sie zum Verlust der Sehkraft führen kann. Die Hersteller der Medikamente raten deshalb, die Augen vor jeder Injektion durch Antibiotikahaltige Augentropfen zu schützen. DOG-Experten sehen diese Empfehlung jedoch kritisch. Die bisher durchgeführten Studien haben nicht belegt, dass äußerlich aufgetragene Antibiotika die Anzahl der Infektionen verringern.

Augeninfektionen und Antibiotika-Resistenzen

Makuladegeneration Schlimmer noch: Da die Injektionen bei vielen Patienten – etwa bei einer feuchten Makuladegeneration – regelmäßig wiederholt werden müssen, kommt es schnell zu Antibiotika-Resistenzen. Die DOG hat sich daher zusammen mit anderen Fachverbänden dafür ausgesprochen, die Augen vor und nach den Injektionen nicht mit Antibiotika zu behandeln, sondern vor der Operation mit Povidon-Iod (PVP-Iod) zu spülen. Das Antiseptikum desinfiziert das Auge, ohne dass es zur Resistenzentwicklung kommt. Ein mögliches Risiko sind Jod-Allergien, die jedoch selten auftreten. Nur etwa vier von tausend behandelten Patienten sind betroffen. Für diese Fälle stehen jodfreie Antiseptika zur Verfügung.

Augeninfektionen durch Bakterien

HYLO-VISION HD Augentropfen bei AugeninfektionenBakterien können aber auch bei Patienten, die keine Injektionen in das Auge benötigen, die Bindehaut befallen. Eine solche akute bakterielle Konjunktivitis tritt häufig bei Kindern auf. Kinder- und Allgemeinärzte verordnen dann regelmäßig Antibiotikahaltige Tropfen. Obwohl die Erkrankung oft harmlos ist – die meisten Konjunktividen heilen nach wenigen Tagen von selbst ab. Besser ist es, die Augen zunächst einmal täglich mit einem Tupfer und abgekochtem, lauwarmem Wasser zu reinigen. Tränenersatzflüssigkeit lindert zusätzlich die Beschwerden. Wenn sich nach drei bis vier Tagen keine Besserung abzeichnet, müssen jedoch Antibiotika eingesetzt werden. Wichtig ist, dass ein Augenarzt den Patienten sieht, damit der richtige Zeitpunkt für eine notwendige Therapie nicht verpasst wird.