Kinder MedikamenteIhr Kind ist krank und braucht Medikamente! Dann sollten Eltern nicht einfach eigene Tabletten halbiert oder geviertelt verabreichen oder Tropfen mal eben geringer dosieren. Der Stoffwechsel und das Immunsystem arbeiten bei Kindern anders als bei Erwachsenen. Die Gefahr einer Über- oder Unterdosierung ist daher sehr groß, wenn Arzneimittel für Erwachsene ohne Angabe einer speziellen Kinderdosierung verordnet werden.

Richtige Dosierung

Nach einer gemeinsamen Studie der Uniklinik Erlangen und des Robert-Koch-Instituts wird mehr als jedes zehnte Kind zu Hause falsch behandelt. In zehn bis 15 Prozent der Fälle gaben Eltern das Medikament in einer zu niedrigen Dosierung – vermutlich im Glauben, ihr Kind damit weniger zu schädigen. Das ist jedoch gefährlich, weil durch die geringe Dosis die Wirkung des Medikaments ausbleiben kann. Neben der richtigen Dosierung kommt es auch auf Häufigkeit, Zeitpunkt und Dauer der Einnahme an. Bei Dosierungsangaben mit Löffeln ist darauf zu achten, ob Tee- oder Esslöffel gemeint ist. Das Standardmaß für Teelöffel ist normalerweise 5 ml, für Esslöffel 15 ml.

Vorsicht geboten ist auch bei ätherischen Stoffen wie Menthol, Pfefferminz- oder Eukalyptusöl in Salben oder Balsam: Sie können bei Babys  oder älteren Kindern mit Asthma gefährliche Atemnot auslösen.

Richtige Einnahme

Einem Kind Medikamente zu verabreichen, ist nicht immer einfach. Vor allem kleinere Kinder sind oft wenig einsichtig, machen den Mund nicht auf oder spucken die Arznei wieder aus. Da kann es helfen, das Medikament in Saft oder Tee zu geben oder unter ein Stück zerdrückte Banane zu mischen. Damit Kindern die Medikamente besser verabreicht werden können, gibt es diese meist auch als Saft, Tropfen, Pulver oder Zäpfchen. Müssen es Tabletten oder Kapseln sein, sollten Eltern darauf achten, ob diese zerkleinert werden dürfen. Auch das Vermischen mit Lebensmitteln kann problematisch sein. Wer dazu Fragen hat, kann sich in der Apotheke vor Ort beraten lassen. Ohren- und Nasentropfen oder Zäpfchen sollten in der Hand erst kurz vorgewärmt werden, dann empfindet sie das Kind als weniger unangenehm.

Ob immer Medikamente nötig sind, sollten Eltern im Einzelfall mit dem Arzt oder Apotheker besprechen. Gerade Husten, Schnupfen, leichtes Fieber oder milder Durchfall können oft mit einfachen Hausmitteln behandelt werden.