Nudging – Strategie zur Verhaltensänderung

Nudging – Strategie zur Verhaltensänderung

Haben Sie schon einmal etwas über „Nudging“ gehört? Nudging bedeutet so viel wie Anstupsen oder Anschubsen und stammt aus der Verhaltensökonomie. Ziel ist es, verschiedene Entscheidungsmöglichkeiten zu präsentieren, die Menschen zwar hin zu einem bestimmten Verhalten lenken sollen, aber dabei auf Verbote, Vorschriften oder bestimmte Anreize verzichten.

Was sind Nudges?

Die sogenannten Nudges sind Eingriffe in die Entscheidungsarchitektur – also die sprachliche, physische, emotionale und soziale Umgebung, in der eine Entscheidung getroffen wird – die das Ziel haben, Menschen in eine bestimmte Richtung zu lenken und ihr Verhalten in vorhersagbarer Weise zu verändern. Dabei ist wichtig, dass Nudges einfach und ohne großen Aufwand umgehbar sind und die Wahlfreiheit erhalten bleibt. Verbote, Gebote oder entscheidungsrelevante ökonomische Anreize sind keine Nudges.

Nudges können – je nach Anwendungsfeld und Ziel – ganz unterschiedlich aussehen. So gelten unter anderem das Bereitstellen von Informationen, Warnhinweisen, Standardeinstellungen oder das Betonen sozialer Normen als Nudges. Dabei wird betont, dass ein Großteil der Mitmenschen bereits das wünschenswerte Verhalten umsetzt. Dies soll bewirken, dass es auch bei den „angestupsten“ Personen vermehrt zum gewünschten Verhalten führt.

Einer anderen Art von Nudges begegnet man häufig in Hotels: Hinweise wie „9 von 10 unserer Hotelgäste verwenden ihr Handtuch mehrfach“ können dazu führen, dass häufiges Wechseln der Handtücher vermieden wird.

Nudging im Supermarkt

Äpfel gegen zu hohes CholesterinUnter dem Motto „make it easy“ versucht dieser Nudge das wünschenswerte Verhalten auch zum einfachsten und intuitivsten Verhalten zu machen und beispielsweise gesündere Lebensmittel in den Alltag zu integrieren. In Kantinen und Supermärkten werden dabei gesunde Lebensmittel attraktiv und auf Augenhöhe präsentiert, um zum Beispiel die Wahl zwischen Apfel und Schokoriegel in Richtung Apfel zu lenken.

Eine weitere Form ist der Reminder. Oft reicht eine kurze Erinnerung aus, um im Alltagsstress nichts zu vergessen. Diese Erinnerung ruft der angestupsten Person das gewünschte Verhalten per Brief, E-Mail oder Plakat ins Gedächtnis. So könnte Ihre Apotheke Sie rechtzeitig daran erinnern, wenn Ihr Dauer-Medikament zu Ende geht.

Das Feedback als Nudge beurteilt das Verhalten einer Person als positiv oder negativ. Beispiele dafür sind Smileys auf Tempolimit-Anzeigen im Straßenverkehr oder auf Stromrechnungen.

Wenn Sie in unserer Apotheke also etwa die Botschaft lesen „Deine Impfung wartet auf Dich“, soll dies ein Anstupser sein. Vielleicht regt er ja zum Nachdenken an!

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