Neurofeedback-Training hilft ADHS-Kindern

Die Aufmerksamkeits-Hyperaktivi-tätsstörung (ADHS) ist eine Krankheit, die bereits im Kindesalter beginnt. Wesentliche Symptome sind Impulsivität, leichte Ablenkbarkeit sowie ein geringes Konzentrationsvermögen. Neben der medikamentösen und verhaltenstherapeutischen Therapie ist auch das Neurofeedback-Training eine Möglichkeit, die Symptome zu lindern. In einer Göttinger Studie mit Kindern im Alter zwischen acht und zwölf Jahren konnten die Krankheitszeichen für sechs Monate um 25 bis 30 Prozent reduziert werden (andere Aufmerksamkeitstrainings brachten nur einen Erfolg von 10 bis 15 Prozent Verbesserung).

Was ist Neurofeedback-Training?

Beim Neurofeedback-Training sitzt das Kind vor einem Bildschirm und versucht sich zu konzentrieren. Vergleichbar mit der Durchführung eines Elektroenzephalogramms (EEG) werden die Gehirnströme über am Kopf aufgeklebte Mess-Elektroden abgeleitet. Dabei zeigen niederfrequente Thetawellen Unaufmerksamkeit an, wohingegen eine gesteigerte Betawellen-Aktivität eine fokussierte Aufmerksamkeit signalisiert. Die Kinder sollen lernen, die Kraft ihrer Gedanken gezielt zu nutzen, um ihre Aufmerksamkeit auf ein bestimmtes Ziel zu lenken. Gelingt es ihnen, die Thetawellen auf ein bestimmtes Maß zu reduzieren und die Betawellen zu erhöhen, bewegt sich auf dem Computerbildschirm als Belohnung spielerisch etwa ein Rennwagen vorwärts. Damit soll eine Daueraufmerksamkeit geübt und gestärkt werden. Durch den Belohnungseffekt ist es für die Kinder mit ADHS auf Dauer leichter, willentlich Aufmerksamkeit und Ausdauer herzustellen. Das Neurofeedback-Training hat zum Ziel, dieses Verhalten so weit zu automatisieren, dass es in wichtigen Situationen – wie etwa in der Schule – abgerufen werden kann.

Erforderlich ist nach Ansicht eines Göttinger Psychologen ein Theta-Beta-Training mit 25 bis 40 Sitzungen, um einen nachhaltigen Erfolg zu erzielen. Auch die Eltern müssen den Kindern unterstützend zur Seite stehen und die erlernte Konzentrationsfähigkeit zu Hause weiter üben. Sicherlich kann dieses Training in den allermeisten Fällen die Medikation nicht ersetzen, aber es stellt eine sinnvolle Ergänzung dar. Leider werden die Kosten bisher nicht von den Krankenkassen übernommen. Weitere Informationen und unterstützende Therapiemöglichkeiten bei ADHS hält Ihre Sonnen-Apotheke, Bergkamen für Sie bereit.