Sonne und MedikamenteMedikamente und Sonne – das verträgt sich nicht immer. Manche Arzneimittel steigern nämlich die Lichtempfindlichkeit der Haut. Da reicht schon eine geringe ultraviolette Belastung, um sonnenbrandähnliche Hautreaktionen auslösen.

Laif 900Reagiert die Haut nach der Einnahme von Medikamenten überempfindlich auf Sonnenlicht, ist dafür vor allem die UV-A-Strahlung verantwortlich. Bestimmte Antibiotika, harntreibende Medikamente, einige entzündungshemmende Arzneimittel, manche Chemotherapeutika, Blutdrucksenker, aber auch pflanzliche Medikamente wie Johanniskraut können in Verbindung mit Sonnenlicht Nebenwirkungen auslösen. Dabei sind ältere Menschen eher betroffen, da sie häufiger Medikamente einnehmen.

Unterschieden wird zwischen phototoxischer und photoallergischer Reaktion – für beide gibt es den Oberbegriff „Photosensibilisierung“. Phototoxische Reaktionen sind viel häufiger und zeigen sich meist gleich nach dem ersten Sonnenbad. Bei der deutlich selteneren Photoallergie treten die Nebenwirkungen meistens erst nach mehrmaligem Sonnenkontakt auf. Hier können auch Hautstellen betroffen sein, die nicht unmittelbar der Sonne ausgesetzt waren.

Die Haut rötet sich, brennt, juckt und es können sich Blasen oder Pusteln bilden. Wenn die Haut geschädigt ist, helfen kühlende Lotionen. Bei stärkeren Beschwerden sollten Betroffene mit ihrem Arzt oder Apotheker klären, welche Mittel sich eignen.

Lässt sich das Medikament nicht absetzen oder durch ein verträglicheres ersetzen, sollten Betroffene Sonnenbäder meiden und sich konsequent vor UV-Strahlung schützen.

Phototoxische Reaktionen können übrigens nicht nur durch Medikamente, sondern auch durch Kosmetika oder bestimmte Pflanzen und Lebensmittel hervorgerufen werden, zum Beispiel durch Zitrusfrüchte oder Sellerie.

Medikamente und Sonne das hilft

Damit es erst gar nicht zu einer phototoxischen Reaktion kommt, helfen eine Reihe von Maßnahmen. So sollten Medikamente mit kurzer Wirkdauer möglichst abends eingenommen werden. Aktivitäten im Freien legt man besser in die Morgen- oder Abendstunden und meidet die Mittagssonne. Auf Solariumbesuche sollten Betroffene ebenfalls verzichten.

Den besten Sonnenschutz erreicht man mit Kleidung – je dichter gewebt, desto besser. Es gibt auch spezielle UV-Schutzkleidung. Sinnvoll ist außerdem, ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor (LSV von 30 und mehr) zu verwenden, das auch ausreichend Schutz vor UV-A-Strahlung bietet, da vor allem diese eine photosensibilisierende Hautreaktion auslöst – auch durch einfaches Fensterglas hindurch. Das heißt: Auch bei längeren Autofahrten oder im Büro brauchen Betroffene Schutz.