Verbrennungen gehören in Deutschland zu den häufigsten Verletzungen im Kindesalter. Rund 80 Prozent dieser Unfälle geschehen in der heimischen Küche und nicht selten unterschätzen die Eltern die Konsequenzen. Denn schon Temperaturen um 50 Grad reichen aus um Verbrennungen zu verursachen.

Jeder, der sich schon einmal verbrannt hat, weiß wie schmerzhaft das ist. Jedes thermische Trauma ist ein Notfall und erfordert schnelle und vor allem richtige Maßnahmen. Das gilt besonders für Kinder, denn ihre Haut ist dünner und schon wenige Sekunden Einwirkzeit können schwere Verletzungen verursachen. Besondere Gefahr droht durch den Flüssigkeitsverlust, den eine Verbrennung mit sich zieht. Schon fünf Prozent verbrannte Körperoberfläche können einen Schock auslösen.

Am häufigsten kommt es zu Verbrennungen mit heißem Wasser. Aber auch Unfälle mit erhitztem Öl aus der Fritteuse oder im Winter durch das Inhalieren von heißen Dämpfen gegen eine Erkältung sind nicht selten, weil die Kinder die Schüssel vom Tisch ziehen und sich die heiße Flüssigkeit über den Schoß ergießt.

Die Medizin unterteilt die Art der Verletzung nach unterschiedlichen Schweregraden. Bei Verbrennungen 1. Grades – etwa durch einen Sonnenbrand – reicht es in den meisten Fällen aus, die betroffene Stelle mit kühlem Leitungswasser zehn Minuten zu kühlen. Verbrennungen 2. Grades, bei denen es zu einer Blasenbildung kommt, weil der betroffene Bereich schnell Flüssigkeit aufnimmt, werden ebenfalls zunächst mit Leitungswasser gekühlt. Anschließend aber sollte die Wunde von einem Arzt versorgt werden. Sind die Blasen bereits aufgeplatzt, ist ärztliche Versorgung ganz besonders wichtig, da sonst eine Infektion durch Bakterien droht.

Bei Verbrennungen 3. Grades ist die Haut bis auf den Wundgrund verbrannt. Weder Hautzellen noch Schweißdrüsen sind vorhanden, die Haut sieht aus wie Leder. Hier muss der Notarzt gerufen werden.

Auf gar keinen Fall sollte man die Blasen selber öffnen. Hausmittel wie Mehl, Puder, Salben oder Gele sind bei Verbrennungen ebenfalls tabu. Sie erschweren dem Arzt die Beurteilung und Behandlung der Wunde und können die Infektionsgefahr erhöhen. Geeignet sind nur sterile Kompressen. Bis zum Eintreffen des Arztes sollten die Eltern versuchen, das Kind zu trösten und warm zu halten.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, sollten heiße Getränke und Wasserkocher stets außerhalb der Reichweite von Kindern stehen. Die Sprösslinge niemals auf den Arm nehmen, wenn man gerade etwas Heißes trinkt. Ganz wichtig sind ein Schutzgitter am Herd sowie ein abschließbarer Backofen. Auch darf das Backofenglas nicht heiß werden.