Pulsoxymeter für zu Hause

Nach einer Krankheitsphase mit den bekannten Atemwegs- und Grippesymptomen geht es vielen COVID-19-Patienten scheinbar besser. Doch kann sich nach sieben bis zehn Tagen zu Hause eine klinische Verschlechterung einstellen, die unerkannt bleibt, weil die Patienten keine Atemnot spüren. Als man dies im April 2020 in den USA entdeckte, wurden Pulsoxymeter zur häuslichen Überwachung von COVID-19-Patienten empfohlen.

Um eine subjektiv empfundene Luftnot beurteilen zu können, ist es wichtig, Parameter wie die Sauerstoffwerte oder die Atemfrequenz zu messen. Denn ungeachtet der verschiedenen Einflussfaktoren wie Sauerstoffabfall, Funktionalität der Atemmuskulatur, Alter oder Vorerkrankungen befördert ein Abfall der Sättigung stets die Luftnot.

Bei einer Messung sollte stets der individuelle Patient berücksichtigt werden. Wenn ein COVID-19-Patient, der zu Beginn der Quarantäne 93 Prozent Sättigung gemessen hat, jetzt einen wiederholt messbaren Abfall um fünf Prozent feststellt, dann sollte ein Arzt konsultiert werden. Als Untergrenze bei Menschen ohne Vorerkrankungen sind 90 Prozent Sättigung anzusehen, bei älteren Patienten oder solchen mit einer Lungenerkrankung wie COPD, die mit niedrigeren Werten klarkommen, dürften es auch 88 Prozent sein.

Sauerstoffsätigung und Corona

Allerdings ist die Sauerstoffsättigung kein verlässlicher Indikator für einen gefährlichen COVID-19-Verlauf. Er kann sinken, ohne dass die gemessene Sättigung dies widerspiegelt. Der Betroffene kompensiert dann den Sauerstoffabfall durch schnellere Atmung, was die Sättigung noch weiter hochtreiben kann, obwohl die Lunge schon nicht mehr richtig arbeitet. Als viel empfindlicherer Parameter gilt daher die Messung der Atemfrequenz. Patienten in der Frühphase einer Lungenentzündung haben statt der üblichen 12 bis 16 Atemzüge pro Minute eine Atemfrequenz von 22 bis 24, oft ohne Luftnot.

Wer sich einen Pulsoxymeter anschaffen will – es gibt sie auch in Apotheken – etwa für Fitnesszwecke oder zum Bergwandern, um eine drohende Höhenkrankheit zu erkennen, der sollte ausschließlich zertifizierte Geräte benutzen.

Pulsoxymetrie, aber richtig!

Zur exakten Pulsoxymetrie sollte man zuvor vorhandenen Nagellack vom betreffenden Finger entfernen und kalte Finger vorher wärmen. Auch die richtige Armhaltung ist wichtig, damit der Messwert nicht verzerrt wird. Den Messwert für 30 bis 60 Sekunden beobachten und den Mittelwert bestimmen. Drei Messungen täglich durchführen. In Ihre Sonnen-Apotheke, Bergkamen berät man Sie gerne.