Für einen Therapieerfolg bei Patienten mit chronischem Venenleiden ist es entscheidend, wie häufig und mit welchem Druck die Kompressionsstümpfe getragen werden. KompressionsstrumpfDer Direktor der Klinik für Gefäßmedizin am Helios Klinikum in Krefeld appelliert an Phlebologen, die Patienten bei der Therapienentscheidung mitzunehmen. „Wir sollten Patienten nicht von Anfang an mit zu starkem Kompressionsdruck belasten, sonst verlieren wir sie womöglich“ so seine Aussage. Er selbst beginnt eine Therapie nach Möglichkeit mit einer leichteren Kompression, um die Patienten daran zu gewöhnen und intensiviert den Druck erst im zweiten Schritt. Auch nimmt sich der Arzt in den Gesprächen mit seinen Patienten die Zeit, zunächst ein Verständnis für die Krankheit zu schaffen. Er spricht nicht sofort von Kompressionstrümpfen, sondern erläutert das Problem, erklärt die im Alltag schwer umsetzbare Aktivierung der Muskelpumpe und das eigentlich erforderliche Bewegungspensum im Wechsel mit Hochlagern oder Kühlen der Beine.

Sobald das verstanden worden ist, steigt die Bereitschaft, einen Kompressionsstrumpf zu tragen – und wenn es nur für einige Stunden pro Tag ist. Denn es ist die Summe der Stunden über die Jahre entscheidend, in welchen die Kompressionsstrümpfe getragen werden.

Kompressionsstümpfe, aber welche?

Hat der Patient ein Verständnis für die Therapie, gilt es, die richtigen Kompressionsmaterialien für ihn zu finden. Über unterschiedliche Gewebe kann je Körperbau der richtige Druck ans Bein gebracht werden. Die einfachste Regel lautet: Je größer der Beinumfang – das kann ein adipöser oder muskelkräftiger Patient sein – je fortgeschrittener in der Regel das Venenleiden. Umso kräftiger muss demzufolge das Material werden.

Durch eine optimale Strumpfanpassung in Kombination mit einer guten Hautpflege lassen sich die klassischen Probleme, wie Juckreiz, Rutschen  oder Einschnürungen minimieren. Arbeiten Ärzte und Apotheken bei der Therapie eng zusammen, wird der Patient umfassend von der Schulung im Umgang mit dem Strumpf, über Fehler beim Tragen bis zur Kontrolle des Trageeffektes betreut. Das Gespräch in der Apotheke ist deshalb beim Messen des Strumpfes und bei der Abgabe an den Patienten besonders wichtig. Viele Patienten trauen sich nicht, über ihre Probleme mit dem Anziehen zu sprechen, obwohl mit einfachen Mitteln, wie zum Beispiel Anziehhilfen, Lösungen geboten werden können, und das sogar auf Rezept.

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