Eperzan DiabetesManchmal ist die korrekte Anwendung von vermeintlich simplen Arzneiformen gar nicht so einfach und kann zu groben Fehldosierungen führen. Auch wenn Wirkstoff, Dosis und die Darreichungsform stimmen, kann eine Therapie fehlschlagen, wenn dem Patienten Fehler bei der Anwendung unterlaufen. Und das passiert häufiger, als man denken mag.

Sehr häufig kommt es zu Anwendungsfehlern bei der Applikation von Augentropfen. So ergab eine Untersuchung bei Glaukompatienten, dass mehr als ein Drittel der Augentropfenverwender mit der sterilen Tropferspitze das Auge berührt oder anderweitig den Tropfer mit Keimen in Berührung bringt. Gerne wird auch beim Eintropfen das Unterlid nicht vom Auge weggezogen oder es wird versucht, mehr als einen Tropfen in das Auge einzubringen. Fast alle Patienten unterdrücken den Lidschlag nach dem Eintropfen nicht. Dabei ist es von entscheidender Bedeutung für die Wirksamkeit, dass das behandelte Auge etwa eine Minute lang geschlossen bleibt, damit der Wirkstoff gut aufgenommen wird.

Eine häufige Quelle für Fehldosierungen liegt auch in der Anwendung von Tropfen. Hier wird zwischen einem Zentraltropfer, bei dem das Fläschchen senkrecht gehalten werden muss und einem Randtropfer, den man schräg halten muss, unterschieden. Nur so erhält man die richtige Tropfengröße. Wird aber der Zentraltropfer schräg gehalten, werden die Tropfen zu klein, die Folge: Unterdosierung.

Dramatische Folgen kann der falsche Umgang mit opioidhaltigen Schmerzpflastern haben. Diese Pflaster enthalten selbst nach Ende der vorgeschriebenen Anwendungsdauer noch enorme Mengen an Wirkstoff, nämlich zwischen 35 bis 70 Prozent. Deshalb sollten gebrauchte Pflaster nur zusammengefaltet entsorgt werden, damit sie nicht in falsche Hände gelangen. Ein weitere Gefahrenquelle stellt eine Erwärmung des Pflasters durch Sitzheizung oder Heizkissen dar. Dadurch wird die Freisetzung des Wirkstoffs stark erhöht und kann zu lebensbedrohlichen Situationen führen.

Das größte Fehlerpotenzial zeigt sich bei Arzneimitteln zur Inhalation. Dosieraerosole und Turbohaler sollten nicht ohne vorherige genaue Einweisung und Übung angewandt werden. Ansonsten sind Fehldosierungen und Nebenwirkungen vorprogrammiert.