Babesiose nach Zeckenstich?

Der gemeine Holzbock überträgt auch ungewöhnlichere Erreger als die allseits bekannten FSME-Viren und Borrelien. Zecken können auch die seltener auftretende Babesiose übertragen.

Diese Parasiten sind einzellige Eukaryonten (Lebewesen mit Zellkern, der die Erbsubstanz DNA beinhaltet und schützt), die sich im Darm der Zecke geschlechtlich vermehren und über den Speichel beim Stich auf Mensch und Tier übertragen werden. Die Parasiten dringen dann in die roten Blutkörperchen – die Erythrozyten – ein, wo sie sich asexuell vermehren und an Größe zunehmen. Dadurch platzen die Erythrozyten auf und die freigesetzten Parasiten befallen weitere Erythrozyten.

Symptome der Babesiose

Bei den meisten Menschen verläuft eine Infektion mit Babesia ohne Symptome. Treten allerdings in Verbindung mit einem Zeckenstich grippeähnliche Beschwerden auf, sollte vor allem bei Betroffenen mit einer Immunschwäche an eine Babesiose gedacht werden. In solch einem Fall stellen sich nach ein bis drei Wochen plötzlich malariaähnliche Symptome ein, meist Kopfschmerzen, zu denen sich Fieber, Durchfall, Appetitlosigkeit, Gelenkschmerzen und Tachykardie gesellen. Wird die Erkrankung nicht behandelt, verläuft sie oft tödlich, da bei einer Immunschwäche innerhalb kürzester Zeit bis zu 85 Prozent der Erythrozyten befallen sein können. Diese massive Hämodialyse verursacht Nierenversagen und Lungenödem.

Doch nicht nur immungeschwächte Personen sind gefährdet, sondern auch Alte, Neugeborene oder solche mit HIV, Tumorerkrankungen oder schweren Herzerkrankungen.

Die Laborwerte zeigen bei einer Babesiose ein erhöhtes LDH, erhöhtes indirektes Bilirubin, erniedrigtes Haptoglobin und eine Hämoglobinurie. In der akuten Erkrankungsphase kann der Erreger im Blutausstrich nachgewiesen werden. Die genaue Bestimmung der Spezies erfolgt über die PCR (die Polymerase-Kettenre-aktion ist ein enzymabhängiges Verfahren zur Vervielfältigung bestimmter Gen-Sequenzen innerhalb einer vorliegenden DNA-Kette). 

Therapie der Babesiose

Patienten mit schweren Verlaufsformen müssen intensivmedizinisch versorgt werden. Dazu werden spezifische Antibiotika und weitere Medikamente über sieben bis zehn Tage verabreicht.

Schutz vor Zeckenstichen bietet langbeinige bzw. -ärmlige Kleidung. Und denken Sie stets daran: Nach einem Aufenthalt in der Natur Ihren Körper nach Zecken absuchen! In Ihrer Sonnen-Apotheke, Bergkamen berät man Sie gern, erhalten Sie wirksame Zeckenschutzmittel zum Auftragen auf die Haut sowie sichere Hilfsmittel zur Entfernung von Zecken an Mensch oder Tier.