herz2Schneeschieben oder ein Winterspaziergang können für einen Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) zu einer gefährlichen Aktivität werden. Etwa eine Million Menschen in Deutschland leiden unter verengten Herzkranzgefäßen. Bei niedrigen Temperaturen ziehen sich die Blutgefäße im Körper zusammen und das Blut muss gegen einen erhöhten Widerstand pumpen. Durch die Kälte und die zusätzliche Aktivität kommt es zu einer Durchblutungsstörung sowie zu einer Überlastung des Herzmuskels. Der Patient verspürt bei Anstrengung und kalter Witterung starke Atemnot, Schmerzen oder auch ein Druckgefühl im Brustkorb. Im Extremfall können ein Herzinfarkt oder ein plötzlicher Herztod auftreten.
Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit sollten auf jeden Fall den Arzt aufsuchen, wenn solche Beschwerden in der kalten Jahreszeit auftreten. Der Mediziner kann eine nuklearmedizinische Untersuchung veranlassen und damit das Ausmaß für die Gefahr eines Herzinfarktes feststellen. Damit kann er auch beurteilen, ob ein vorbeugender Eingriff erfolgen sollte. Die sogenannte Myokardszintigrafie ist hier eine aussagekräftige Untersuchung: Dafür bekommt der Patient ein radioaktiv markiertes Medikament in die Vene gespritzt, welches sich vorübergehend in den Herzmuskelzellen anreichert. So kann die Sauerstoffsättigung beurteilt werden und das Ausmaß der Durchblutungsstörung bestimmt werden. Das Kontrastmittel scheidet der Körper nach wenigen Stunden mit dem Urin und Stuhl wieder aus. Die Untersuchung ist eine Kassenleistung und kann ambulant durchgeführt werden. Sie macht sichtbar, ob und wie stark die Nährstoffversorgung des Herzmuskels eingeschränkt ist. Anhand des Untersuchungsergebnisses erkennen die Mediziner, ob Lebensstiländerungen, Herzmedikamente, eine Gefäßerweiterung oder eine Bypaß-Operation als Therapie angezeigt sind. Zudem gibt die Myokardszintigrafie ein hohes Maß an Sicherheit: Stellt nämlich der durchführende Arzt keine Durchblutungsstörung des Herzens fest, kann die Gefahr eines Herzinfarktes bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit nahezu komplett ausgeschlossen werden. Außerdem liegt die Wahrscheinlichkeit, als KHK-Patient mit normalem Befund innerhalb der nächsten zwölf Jahre einen Infarkt zu erleiden, bei jährlich etwa nur einem Prozent.