Wasser trinken hilft bei orthostatischer HypotonieUnter  orthostatischer Hypotonie versteht man den Abfall des systolischen Blutdrucks um mindestens 20 mmHg oder des diastolischen Drucks um mindestens 10 mmHg innerhalb von drei Minuten nach dem Aufstehen. Etwa 30 Prozent der älteren Menschen leiden an diesem Blutdruckabfall. Wissenschaftler von der Newcastle Universität haben kreislaufunterstützende Maßnahmen in einer Studie mit 25 Teilnehmern ab einem Alter von 60 Jahren untersucht.

So sollten die Teilnehmer einen halben Liter Wasser innerhalb von fünf Minuten trinken, mit gekreuzten Beinen stehen, Kompressionsstrümpfe (23-32 mmHg), sowie einen elastischen Gürtel zur Kompression des Bauchraumes tragen. Zudem sollten sich die Probanten bei Kaffee und Nikotin zurückhalten, nur ein leichtes Frühstück zu sich nehmen und mit mindestens 12 Stunden vor der Prozedur keine Medikamente einnehmen.

Die Studienauswertung zeigt, dass sich der systolische Blutdruck der Teilnehmer mit diesen Prozeduren nach dem Aufstehen gegenüber dem Kontrollblutdruck um mindestens 10 mmHg verbessert hat. Die Patienten kamen nach zehnminütigem Liegen für drei Minuten in den Stand, tranken dann das Wasser und wiederholten nach 20 Minuten diese Maßnahmen.

In einer zweiten Serie erfolgten in der gleichen Weise die Aktionen, nur in anderer Reihenfolge. Hier lautete das Ergebnis, dass bei 56 Prozent der Patienten  ein um 12 mmHg geringerer Blutdruckabfall im Stehen durch Wasserzufuhr stattfand, als ohne diese Vorgehen. Lediglich 44 Prozent der Patienten reagierten auf körperliche Gegenbewegung mit einem Plus von 7,5 mmHg. Der Druck auf den Bauchraum wirkte hingegen bei 52 Prozent der Patienten und der systolische Druck fiel um 10 mmHg. Die Kompressionsstrümpfe erzielten den geringsten Effekt mit einer Wirksamkeit von nur 32 Prozent und 6 mmHg.

Die Prozeduren hatten auf die spezifischen Symptome wie Schwindel oder Benommenheit keinen signifikanten Einfluss, was für die Forscher auf kleine Veränderungen bei den sekundären Eckpunkten der Studie aufgrund der geringen Probandenzahl zurückführen war.

Trotzdem ist es für die Autoren immens wichtig, aussagekräftige Beweise für die Wirksamkeit solcher nichtmedikamentöser Methoden angesichts einer stetig alternden Gesellschaft, zu finden.


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