Corona: Geschmacks- und GeruchsverlustPlötzlich schmeckt das Lieblingsessen nicht mehr so lecker wie sonst, sondern eher fade. Die Wäsche duftet auch nicht wie frisch gewaschen, wenn sie aus der Maschine kommt. Fieber, Husten und Kurzatmigkeit sind zwar die häufigsten Symptome einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Manche Patienten berichteten aber auch, dass sie über mehrere Tage nichts mehr riechen und schmecken. Obwohl sie nicht an einer verstopften oder laufenden Nase litten.

Das sagen wissenschaftlichen Zahlen

Corona: Geschmacks- und GeruchsverlustDieses Phänomen wurde in Deutschland beobachtet, als das Team um Professor Hendrik Streeck, Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Bonn, die Daten von COVID-19-Patienten aus dem Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen analysierte.

Auch chinesische Wissenschaftler um den Neurologen Ling Mao von der Huazhong University of Science and Technology mit Patienten in Wuhan haben den Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns als Symptome identifiziert. „Wichtig ist, dass die Autoren [der Studie aus Wuhan – Anm.d.Red.] herausfanden, dass die von ihnen untersuchten Patienten mit einigen der häufigsten spezifischen Symptome einschließlich Geruchs- oder Geschmacksstörungen und Muskelerkrankungen dazu neigten, diese Symptome zu Beginn ihres klinischen Verlaufs zu haben“, so die drei Neurologen von der Universität von Kalifornien, Samuel Pleasure, Ari Green und Andrew Josephson, dazu.

In Belgien wurde diesbezüglich auch geforscht. An der Studie nahmen 417 Erkrankte teil, die eine leichte Form von COVID-19 durchlebten. Das Ergebnis: 86 Prozent der Befragten berichteten von einer Beeinträchtigung ihres Geruchssinns, 88 Prozent hatten ihren Geschmackssinn verloren. Bei den meisten verschwanden die Symptome nach zwei Wochen wieder vollständig.

Auch Forscher aus dem Iran verzeichneten einen massiven Anstieg von Menschen, die ihren Geruchs- und Geschmackssinn seit Ausbruch des SARS-CoV-2-Virus verloren hatten.

Woher kommt der Geruchs- und Geschmacksverlust

Woran dieses Phänomen genau liegt, darüber sind sich Forschung und Medizin noch nicht im Klaren. Auch wenn man bezüglich COVID-19 noch im Dunkeln tappe, so sei bezüglich SARS- und MERS-Erregern bekannt, dass diese über die Riechnerven in der Nasenhöhle ins Gehirn eintreten können. Dies kann dazu führen, dass in der Folge das Nervensystem geschädigt werde, wie Samuel Pleasure, Ari Green und Andrew Josephson erklären. Ihr Kollege, der Neurologe Klaus Seppi von der medizinischen Universität Innsbruck, berichtet im ORF, dass das neuartige Coronavirus die Geruchsnerven angreifen kann. „Das ist aber nichts Spezielles für SARS-CoV-2, sondern bei anderen Virusinfektionen ganz typisch.“ Trotzdem: Nehmen Sie unerklärliche Geruchs- und Geschmacksstörungen ernst und halten Sie gegebenenfalls Rücksprache mit Ihrem Arzt.
 

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