Haare verraten, was beim Stressabbau hilft

An Haaren lässt sich der Stressabbau objektiver ablesen, als aus Selbstauskünften. Das stellt auch die Forschung zu mentalem Training auf neue Füße.

Mit einem mentalen Training kann die Stressbelastung reduziert werden. Anhand der Konzentrationen des Stresshormons Cortisol in den Haaren lässt sich das physiologisch messen. Denn die Cortisolmenge im Haar zeigt an, wie stark anhaltender Stress eine Person belastet. Das Hormon wird nämlich in Stresssituationen ausgeschüttet. Dauern diese Situationen an, zirkuliert auch Cortisol länger im Körper und sammelt sich entsprechend in den Haaren an. Die Haare wachsen monatlich etwa um einen Zentimeter.

Das haben sich Forscher in einer Studie zu Nutze gemacht. Sie verwendeten die Cortisolkonzentration in den Haaren als Maß für die Stressbelastung der Probanden. Diese machten über neun Monate hinweg verschiedene Formen von mentalem Training – und zwar an sechs Tagen pro Woche, 30 Minuten am Tag. Dreimal nahm das Forscherteam Haarproben zur Untersuchung: Nach drei, sechs und neun Monaten seit Beginn des mentalen Trainings.

Das Ergebnis: Die größte Reduktion der Cortisolkonzentration in den Haaren stellten die Forscher bei der zweiten Messung, also nach sechs Monaten nach Studienbeginn fest – um durchschnittlich 25 Prozent im Vergleich zum Ausgangswert. Innerhalb der ersten drei Monate war die Cortisolkonzentration nur wenig gesunken und in den letzten drei Monaten änderte sich das Cortisolniveau kaum.

Die Forscher schlussfolgerten daraus, dass Patienten erst ausreichend für den gewünschten Stressabbau trainieren müssten. Die verschiedenen Inhalte des Trainings machten dabei keinen Unterschied.

Bisher basieren Erkenntnisse zur Reduktion von chronischem Stress durch mentales Training häufig auf Selbstauskünften der Probanden. Diese Methode ist jedoch sehr anfällig: So spielen soziale Erwünschtheit und Placebo-Effekte eine große Rolle. Sogenannte geblindete Untersuchungen sind zu mentalen Trainings aber nicht möglich. Aus diesem Grund werden in der Achtsamkeitsforschung immer mehr objektivere, also physiologische Methoden genutzt, um eine stressreduzierende Wirkung messen zu können.

Methoden zum Stressabbau

Wenn Sie Stress abbauen möchten, lautet der erste Tipp: Probieren geht über Studieren. Welche Entspannungstechniken bei Ihnen die gewünschte Wirkung erzielen, hängt letztendlich von Ihren persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Das kann Sport, sanftes Muskeltraining, progressive Muskelentspannung, Yoga oder autogenes Training sein.