Corona und Übergewicht

Covid-19 und die Pandemie haben einige hartnäckig anhaltende gesundheitliche Folgen. Dazu zählt – mangels Bewegung und ungesunden Ess- und Trink-Gewohnheiten – unter anderem Übergewicht. Langfristig gesehen, könnten die „Corona-Kilos“ die ohnehin schon seit Jahren beklagte „Adipositas-Epidemie“ noch verstärken. Die möglichen gesundheitlichen Folgen von starkem Übergewicht sind bekannt; es drohen kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes, Leberzirrhose, Gelenk- und auch Tumor-Erkrankungen, um nur die wichtigsten zu nennen.

Zahlen zum Übergewicht

Dass Lockdown-Maßnahmen auch Folgen für das Körpergewicht haben, hat zum Beispiel das Robert-Koch-Institut (RKI) Ende des vergangenen Jahres berichtet. Hat etwa das mittlere Körpergewicht im Zeitraum April bis August 2019 noch bei 77,1 Kilo gelegen, waren es im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres bereits 78,2 Kilo. Der mittlere BMI stieg  in diesem Zeitraum von 25,9 auf 26,4.

Und eine kürzlich vorgestellte Online-Umfrage im Auftrag des Rundfunks Berlin-Brandenburg ergab, dass rund 43 Prozent der Befragten aus Berlin und Brandenburg während der Pandemie im Mittel um 5,5 Kilo zugenommen haben.

Kinder und Übergewicht

Auch die Kinder sind infolge der pandemie-bedingten Beschränkungen – außer von psychischen Störungen – von mehr Pfunden bedroht, was kaum wundern kann.  Schulen und Kitas sind geschlossen oder gewährleisten nur eingeschränkte Besuche. Beschäftigungen sind auf den heimischen Arbeitstisch reduziert, das Herumtoben auf ein paar Quadratmeter Wohnfläche begrenzt. Betroffen sind vor allem Kinder sozial schwacher Eltern. Das Risiko von Übergewicht und Fehlernährung steigt ganz besonders bei Schulkindern über zehn Jahren.

Betrachtet man die sozioökonomische Schichtung, sieht man, dass Kinder aus Familien mit hohem Bildungsabschluss der Eltern wenig betroffen sind. Hinzu kommt, dass die ohnehin bestehende soziale Kluft und die damit einhergehenden Folgen durch die Pandemie noch weiter verschärft werden.

Reduktion des Übergewichts

Eine Option, an der seit Jahren – leider mit überschaubarem Erfolg – geforscht wird, sind Arzneimitteltherapien zur Reduktion des Übergewichts. Die drei wichtigsten „Säulen der Gewichtsreduktion“ heißen daher nach wie vor: Mehr Bewegung, veränderte Lebensweise und gesündere Ernährung. Hilfreich kann ein Schrittzähler sein mit dem Ziel, mindestens 10.000 Schritte pro Tag zu absolvieren (Energieumsatz zirka 300 kcal).