Chronotherapie

Chronotherapie: Die Organe unseres Körpers arbeiten im Tagesverlauf unterschiedlich. Das gilt für unser Herzkreislaufsystem ebenso wie für unseren Stoffwechsel und unsere Organe. So kann das richtige Timing bei der Einnahme von Medikamenten deren Wirkung stark verbessern. Zur rechten Tageszeit geschluckt, können unsere Pillen fast doppelt so gut helfen. Auch haben sie weniger Nebenwirkungen, wenn wir wissen, wie unsere Uhr tickt.

6 bis 9 Uhr:

Kortison – etwa bei Rheuma – wird am besten morgens eingenommen, wenn der Körper selbst am meisten Cortisol produziert. Wird es abends geschluckt, dann meint der Körper, es sei genug da und drosselt die Eigenproduktion. Das bringt den körpereigenen Rhythmus durcheinander. Hormone bei Schilddrüsen-Unterfunktion sind eine halbe Stunde vor dem Frühstück dran, weil der Darm sie dann gut aufnimmt.

12 bis 14 Uhr:

Paracetamol gegen Schmerzen möglichst nicht vor 12 Uhr nehmen. Zu dieser Zeit ist die Leber, die es abbaut, besonders aktiv. Das bedeutet, dass es weniger wirkt.

14 bis 18 Uhr:

Bei Asthma lässt der Stoff Theophyllin Asthmatiker wieder durchatmen. Er hemmt aber auch Enzyme im Herzmuskel. Um also das Pumporgan zu schonen, den Wirkstoff am Nachmittag sprayen. Das schützt zusätzlich auch vor Nacht-Attacken. Auch Heuschnupfenmittel sollte man besser am späten Nachmittag oder Abend anwenden. Dann plagt eine laufende Nase in der Nacht oder am Morgen weniger.

18 bis 19 Uhr:

Säureblocker eine Stunde vor dem Abendessen schlucken, dann kommt der Magen weniger auf die Idee, bis Mitternacht ständig Säure zu produzieren. Eine Studie hat gezeigt, dass sich Sodbrennen auf diese Weise bei drei Viertel der Patienten verhindern lässt.

20 bis 22 Uhr:

Blutverdünner mit Acetylsalicylsäure (ASS) am besten abends nehmen. Das schützt Herz und Gefäße. Auch hier zeigte eine Studie, dass sich so das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen durch Chronotherapie fast halbieren lässt.

Blutdruck und Chronotherapie

Unser Blutdruck hat seinen eigenen Rhythmus: Morgens steigt er, nachts sollte er fallen. Bei manchen klappt das jedoch nicht, deshalb um diese Zeit Blutdrucksenker nehmen. Auch Medikamente gegen zu hohe Blutfette werden in der Regel abends eingenommen, weil die körpereigene Cholesterinproduktion vor allem nachts stattfindet.

In Ihrer Sonnen-Apotheke, Bergkamen werden Sie beim Erhalt Ihrer Medikamente stets konkret auf den richtigen Einnahmezeitpunkt jedes einzelnen Produkts hingewiesen. Gern beraten wir Sie ausführlich dazu.