BlutdruckmittelDer Blutdruck unterliegt im Tagesverlauf regelmäßigen Schwankungen, dem sogenannten circadianen Rhythmus. Morgens und nachmittags werden meist besonders hohe Werte gemessen, im Schlaf sinkt der Blutdruck normalerweise unter 120 mmHg. Darin liegt vermutlich der Grund für die Einnahmeempfehlung der Ärzte, Blutdruckmedikamente morgens anzuwenden.

Jetzt hat eine umfangreiche Untersuchung – die Hygia-Studie eindrucksvoll bewiesen, dass Antihypertensiva ( Blutdruckmittel ), den Blutdruck senkende Medikamente, offenbar deutlich wirksamer sind, wenn sie abends eingenommen werden.

Bisher ging man davon aus, dass der Blutdruck nachts in der Regel niedrig ist und man eher den gefährlichen Druck am Tag senken müsse. Das Ergebnis dieser Studie zeigt jedoch ein anderes Bild, auf das Ärzte in Zukunft reagieren müssen. Ebenso wird sich die Hochdruckliga zeitnah damit auseinandersetzen und eine entsprechende Empfehlung abgeben.

Blutduckmittel Studie

In der Hygia-Studie nahmen je die Hälfte von 19.000 Bluthochdruckpatienten ihre Antihypertensiva entwe-der morgens oder abends vor dem Schlafen ein. Im Mittel gut sechs Jahre lang überprüften Ärzte mindestens einmal im Jahr den Blutdruck der Probanden – mit Blutdruckmessgeräten, welche die Patienten über 48 Stunden am Körper behielten.Es zeigte sich, dass nach den sechs Jahren in der Abendgruppe deutlich weniger Todesfälle, Herzinfarkte, Herzinsuffizienzen oder Schlaganfälle auftraten.

Die Daten zeigen, dass Patienten, die ihre Arzneien abends einnahmen, sowohl nachts als auch tagsüber einen signifikant niedrigeren mittleren Blutdruck hatten und er nachts stärker abnahm, als bei Patienten, die ihre Tabletten morgens einnahmen.

Die Untersuchungen zeigten jedoch, dass der durchschnittliche systolische Blutdruck im Schlaf der bedeutendste Faktor für ein kardiovaskuläres Risiko ist, unabhängig von den Messwerten im Wachzustand. Bisher gibt es keine Studien, die belegen, dass die Medikamenteneinnahme am Morgen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt.

Die Forscher bekräftigen daher die Empfehlung der Blutdruckmessungen rund um die Uhr zu Hause, um Bluthochdruck zu diagnostizieren und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen abzuschätzen. Den nächtlichen Blutdruck zu senken, sei ein neues Therapieziel, um das kardiovaskuläre Risiko zu verringern.