In Deutschland wird zu viel Zucker konsumiert. Doch nicht immer ist einem das bewusst, denn der Zucker versteckt sich auch in herzhaften Lebensmitteln – und auf dem Etikett hinter anderen Namen.

Auf rund 90 Gramm Haushaltszucker kommt ein Bundesbürger pro Tag, das sind umgerechnet etwa 30 Stück Würfelzucker. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, maximal 50 Gramm zugesetzten Zucker täglich zu sich zu nehmen – und noch einmal die Hälfte davon, nämlich 25 Gramm pro Tag, gilt als optimal. Zuviel Zucker schadet der Gesundheit. Zucker verursacht nicht nur Karies, sondern geht mit Übergewicht und Fettleibigkeit einher. Und Übergewicht kann wiederum Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen nach sich ziehen.

Auch wenn das Problem den meisten bewusst ist, wissen viele nicht, dass auch in herzhaften Produkten oft jede Menge Zucker steckt. So kann eine Fertigpizza mit 15 Gramm aufwarten, 200 Gramm Heringssalat enthalten 16 Gramm, Ketchup ist manchmal süßer als Cola und kann bis zu 23 Gramm Zucker pro 100 Gramm enthalten. In fast allen Fertigprodukten versteckt sich Süßungsmittel, denn diese süß schmeckenden Kohlenhydrate verstärken den Geschmack und binden Wasser – andere teurere Zutaten können damit eingespart werden.

Kinderprodukte

Kinderprodukte sind noch mit einer Extraportion Süßungsmittel vollgepackt, um die Kleinen ganz im Sinne der Süßwarenindustrie immer mehr an den süßen Geschmack zu gewöhnen. Aber auch Getränke schlagen oft mit einem hohen Zuckergehalt zu Buche und tragen erheblich zum hohen Gesamtkonsum bei. So stecken in einem Glas Limonade 24 Gramm Zucker, als etwa acht Würfel.

Verbraucherschutz

Verbraucher, die sich über den wahren Zuckergehalt der Lebensmittel informieren wollen, haben es dabei nicht leicht. Für den Süßmacher gibt es nämlich 70 unterschiedliche Begriffe, wie zum Beispiel Saccharose, Dextrose, Maltose, Raffinose, Glukosesirup, Maltodextrin, Milchzucker, Molkenerzeugnis, Vollmilchpulver oder Gerstenmalz.

Hersteller sind nicht verpflichtet, die verwendete Menge der einzelnen Zuckerarten anzugeben. Eine Orientierung kann jedoch die Platzierung der oben genannten Begriffe im Zutatenverzeichnis sein. Stehen sie dort weit vorn, deutet das auf einen hohen Zuckergehalt des Lebensmittels hin. Wenn verschiedene Zuckerarten an unterschiedlichen Stellen im Zutatenverzeichnis stehen, ist eine Einschätzung des Zuckeranteils aber oft nicht möglich.

Möglichst frische unverarbeitete Lebensmittel zu verzehren, hilft gegen solche Zuckerfallen.