FSME ZeckenimpfungInfizierte Zecken können durch einen Stich FSME-Viren auf den Menschen übertragen, welche dann unter Umständen eine Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) auslösen. Nach einer Inkubationszeit von zwei bis 20 Tagen treten grippeähnliche Symptome mit Fieber, Kopfweh und Gliederschmerzen auf, die sich nach wenigen Tagen zurückbilden. Nur bei etwa 10 bis 30 Prozent der Infizierten sind auch das Gehirn und die Hirnhaut betroffen, was bis hin zu Lähmungen und zum Koma führen kann. Die Symptome können mehrere Monate anhalten, meist kommt es jedoch zu einer völligen Ausheilung.

Der Nachweis einer FSME-Virus-infektion ist seit September 2012 in der gesamten EU meldepflichtig, um so einen besseren Überblick über die Ausbreitung der Erkrankung zu bekommen. Die Schutzimpfung gegen das FSME-Virus wird  für alle Erwachsenen und auch Kinder empfohlen, die sich viel im Wald und in der Natur aufhalten.  Nur leider gibt es enorme Impfdefizite. Selbst in den Risikogebieten wie Bayern und Baden-Württemberg haben weniger als 20 Prozent eine abgeschlossene Grundimmunisierung. Die aktive Immunisierung besteht aus drei Impfungen: Nach der ersten Impfung erfolgt vier Wochen später die zweite. Erst jetzt wird die Impfung wirksam. Die dritte Gabe erfolgt etwa ein Jahr nach der ersten. Eine Auffrischung wird nach drei bis fünf Jahren empfohlen. Problematisch ist, dass sich viele Geimpfte bereits nach der ersten Gabe geschützt fühlen und den zweiten und dritten Impftermin gar nicht mehr wahrnehmen. Aber Personen mit nur einer Impfdosis haben das gleiche hohe Risiko an FSME zu erkranken wie ungeimpfte Menschen. Die meisten vergessen die weiteren Impftermine schlichtweg. Dagegen hilft, sogleich beim Arzt den nächsten Termin fest zu vereinbaren.

Um einer FSME-Infektion vorzubeugen, empfiehlt es sich, Körper und Kleidung nach einem Waldbesuch gründlich abzusuchen. Vor allem Kinder sollten sorgfältig untersucht werden. Auch versteckte Stellen wie Achselhöhlen, Kniekehlen und Haaransätze dürfen nicht vergessen werden. Werden Zecken gefunden, sind sie mithilfe einer Zeckenzange oder  -karte vorsichtig ohne Zerquetschen des Tieres zu entfernen. Danach sollte die Stelle desinfiziert werden und Zeitpunkt sowie Befallsort dokumentiert werden.
Häufiger als FSME kann die Zecke eine bakterielle Borreliose übertragen, gegen die bisher keine Impfung existiert.