schlafenEin wunder Babypopo ist für frischgebackene Eltern zunächst erschreckend, aber meistens harmlos. Zumeist handelt es sich um eine Windeldermatitis, die recht häufig vorkommt. Die Babyhaut ist noch sehr dünn und durch gestaute Nässe in der Windel und einen Befall mit Hefepilzen kann sich die Haut röten bis hin zu einem Hautausschlag mit Bläschen. Eine Behandlung ist in der Regel ohne ärztliche Hilfe möglich.
Durch entsprechende Verhaltensregeln wie häufiges Wickeln und das Auftragen von Wundschutzsalben lässt sich schnell Abhilfe schaffen.
Anders bei einer perianalen Streptokokkeninfektion: Sie tritt bevorzugt bei Kindern zwischen sechs Monaten und zehn Jahren auf und wird häufig erst spät erkannt, weil sie als Windeldermatitis fehldiagnostiziert wird. Im Durchschnitt vergehen zwischen einem und zwölf Monaten bis zur richtigen Diagnose. Hier sind die typischen Symptome entzündliche Hauterscheinungen, begleitet von Juckreiz und Schmerzen beim Stuhlgang. Die Kinder klagen häufig über stark juckende und brennende Beschwerden im Perianalbereich, vor allem morgens und nach dem Stuhlgang. Es treten Pusteln und Schwellungen auf, selten eitern die Stellen. Ein weiterer Hinweis sind Blutablagerungen auf dem Stuhl, Fieber kann auftreten. Eine Entzündung der Schamlippen beziehungsweise der Eichel kann starke Schmerzen verursachen. Auslöser sind betahämolysierende Streptokokken der Gruppe A, selten anderer Gruppen. Wichtig für die Behandlung ist der Nachweis des Erregers. Der Arzt muss einen Abstrich durchführen, um die Streptokokken nachzuweisen und mit einem weiteren Abstrich einen Pilzbefall durch Candida ausschließen. Ferner sollte ausgeschlossen werden, dass ein Wurmbefall die Beschwerden ausgelöst hat.
Wenn die Diagnose feststeht, ist eine orale Antibiotikatherapie angezeigt, vornehmlich mit Penicillin oder Amoxicillin. Wichtig ist eine ausreichend lange Therapiedauer von 14 bis 21 Tagen, um möglichen Rückfällen vorzubeugen. Eine seltene Komplikation nach einer Streptokokken-Infektion kann eine Entzündung der Nierenkanälchen sein. Damit diese nicht übersehen wird, sollte nach Abschluss der Behandlung eine Urinkontrolle durchgeführt werden.