wolkensonneUm sicher Hautkrebs vorzubeugen zu können, war es bis vor einiger Zeit noch die absolute Vorsichtsmaßnahme von Fachärzten, die direkte Sonnenbestrahlung zu meiden oder einen entsprechend hohen Lichtschutzfaktor aufzutragen. Mittlerweile machen sich Ernährungswissenschaftler Sorgen, dass die Menschheit zu wenig Sonnenlicht abbekommt und die Mehrheit deshalb unter einem Vitamin D-Mangel leidet. Denn: Nur Mithilfe von UVB-Strahlung kann in der Haut das Vitamin D gebildet werden.

Dieses ist unter anderem wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem und sorgt dafür, dass Kalzium in die Knochen eingebaut wird und diese stabil bleiben. Ein langfristiger Mangel kann zu Knochenerweichung und Rachitis führen. Die Ursachen für einen Mangel an diesem „Sonnenvitamin“ liegen auf der Hand: Die meisten Arbeitnehmer fahren mit dem Auto ins Büro und abends zurück, ohne einmal das Sonnenlicht auf der Haut gespürt zu haben. Die Kinder spielen weniger draußen und gerade ältere Menschen gehen nicht regelmäßig spazieren, obwohl sie den stärksten Mangel an Vitamin D haben. Und dann gibt es noch die Menschen, die durch die Medien so sensibilisiert sind, dass sie sofort Sonnencreme mit Faktor 50 aufgetragen, wenn sich die Sonne zeigt.

Sicherlich soll nicht zu einer exzessiven Sonnenbestrahlung oder zu Solarium-Besuchen aufgerufen werden. Das wäre zu viel des Guten und auf jeden Fall schädlich! Vielmehr geht es beim Umgang mit UV-Strahlung zu einer Balance zwischen Nutzen und Risiko. Laut Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) ist es für eine ausreichende Vitamin D-Versorgung sinnvoll, von Frühjahr bis Herbst Hände, Arme und Gesicht mindestens dreimal pro Woche der Sonne auszusetzen. Je nach Pigmentierung der Haut ist eine Dauer von fünf bis 20 Minuten angeraten, die ein Mensch sich der Sonne aussetzen kann, ohne einen Sonnenbrand zu erleiden. Denn das sollte selbstverständlich vermieden werden. Die DGE empfiehlt die tägliche Aufnahme von 20 Milligramm Vitamin D (= 800 I.E.) für Kinder und Erwachsene. Den Vitamin D-Bedarf über die Nahrung zu decken wird schwierig. Nur etwa zehn Prozent werden üblicherweise über Lebensmittel aufgenommen. Größere Mengen des Vitamins sind in fetten Seefischen wie Makrele oder Hering enthalten. Eine Ergänzung des Vitamins in Form von Tabletten ist daher durchaus empfehlenswert.