Hitze trinkenTödliche Hitzewellen würden häufiger werden, warnen Klimaforscher. Gegenwärtig seien rund 30 Prozent der Weltbevölkerung an wenigstens 20 Tagen im Jahr potenziell tödlicher Hitze ausgesetzt. 2100 könnten es sogar 48 Prozent und mehr sein, selbst dann, wenn die Treibhausgas-Emissionen drastisch reduziert würden.

Sommer, Sonne, Hitzetod?

Welche Folgen extreme Hitze haben kann, ist in Europa und auch in Deutschland im „Jahrhundert-Sommer“ 2003 deutlich geworden: In Europa sind mehr als 50.000 und in Deutschland etwa 5.000 Menschen an den Folgen der Hitzebelastung gestorben.

Extreme Hitze belastet zwar so gut wie jeden Menschen, doch außer für Säuglinge kann sie vor allem für alte Menschen, insbesondere bei zusätzlichen Begleiterkrankungen, lebensbedrohlich sein. Denn für alte und chronisch kranke Menschen ist das Risiko einer Dehydratation besonders groß – und dadurch zum Beispiel die Gefahr einer Thrombose oder eines Herzinfarktes. Jedes Jahr werden während der heißen Tage alte Menschen notfallmäßig in ein Krankenhaus eingeliefert, weil sie mangels ausreichender Flüssigkeitszufuhr lebensbedrohlich dehydriert sind. Bereits ein leichter Wasserverlust von ein bis drei Prozent führt zu einer Steigerung des Durstgefühls sowie einer Verminderung der Speichel- und der Harnproduktion. Bei einem Verlust von vier bis sechs Prozent reduzieren sich unter anderem die kognitiven Fähigkeiten um etwa 20 Prozent und es treten Symptome wie Müdigkeit und Übelkeit auf. Ein langsamer Flüssigkeitsverlust von über 20 Prozent ist tödlich, bei rascher Entwicklung ist bereits ein Verlust von 15 Prozent lebensbedrohlich. Als besonders gefährlich gilt die Kombination von Hitze mit Luftschadstoffen, zum Beispiel mit Feinstaub.

Außer großer Hitze und Flüssigkeits- sowie Elektrolytverlust ist eine sogenannte Trinkschwäche eine häufige und bekannte Ursache dafür, dass gerade alte Menschen von lebensbedrohlicher Dehydratation betroffen sind. Gefördert wird eine Trinkschwäche unter anderem durch Demenz-Erkrankungen und auch durch die Angst vor Inkontinenz oder nächtlichen Toilettengängen. Darüber hinaus nimmt das Durstgefühl ab. Aber auch bestimmte Medikamente könnten eine „Austrocknung“ provozieren, etwa ACE-Hemmer, Diuretika oder Laxantien.

Hitze und trinken

Reichlich Trinken ist besonders jetzt wichtig, um den Körper fit und gesund zu halten. Mindestens 1,5 Liter sollten pro Tag getrunken werden, bei Hitze dürfen es ruhig 3 Liter und mehr sein. Ein gesunder Mensch braucht keine Bedenken zu haben, dass er zu viel Flüssigkeit aufnimmt – die nicht benötigte Menge wird wieder ausgeschieden. Geeignete Durstlöscher sind Leitungs- oder Mineralwasser, ungesüßte Kräuter- und Früchtetees sowie Fruchtsaftschorlen.