magen-darmVerstopfung ist ein häufiges Problem in der Gesamtbevölkerung. Ältere Menschen über 60 Jahre sind mit 20 Prozent am häufigsten davon betroffen. Dies kann viele Ursachen haben: Vor allem Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose oder Diabetes haben oft Stuhlprobleme. Auch die Einnahme starker Schmerzmittel, Eisenprodukte oder Antidepressiva können eine Obstipation hervorrufen. Häufig bleibt allerdings die Ursache unklar.

Ein Lebensstil mit wenig Bewegung und ungesunder Ernährung kann eine Verstopfung begünstigen, von der  man erst spricht ab einer Stuhlentleerungsfrequenz von unter dreimal pro Woche über einen längeren Zeitraum verbunden mit Beschwerden wie starkem Pressen und unvollständiger Entleerung. Eine neu aufgetretene Verstopfung, die über einen längeren Zeitraum anhält, sollte auf jeden Fall medizinisch abgeklärt werden. Bringt auch eine Ernährungsumstellung keinen Erfolg, gibt es verschiedene Möglichkeiten, dem trägen Darm auf die Sprünge zu helfen: Füllstoffe und Quellmittel wie Flohsamen binden Flüssigkeit, bewirken eine Volumenzunahme und somit einen verstärkten Reiz auf die Darmwand. Der Effekt dauert allerdings ein bis drei Tage.

Schneller wirksam, nach etwa acht bis zehn Stunden, sind osmotische Substanzen wie Glauber- und Bittersalz, Lactulose oder Macrogole. Damit verbleibt mehr Flüssigkeit im Darm, was einen Reiz für die Entleerung auslöst. Bei längerem Gebrauch können die Salze für Herz- und Nierenkranke problematisch werden.

Wer noch schneller Hilfe braucht, kann durch die Einnahme von Faulbaumrinde oder Sennesblättern sowie Bisacodyl oder Natriumpicosulfat innerhalb von drei bis acht Stunden eine Wirkung erwarten. Deren Wirkung beruht auf einem Einstrom von Wasser in den Darminnenraum. Durch eine rektale Anwendung von glycerinhaltigen Zäpfchen oder Klistieren wird der Kot im Enddarm aufgeweicht und innerhalb von 15 bis 30 Minuten kann der Stuhl abgesetzt werden. Dabei werden aber nur untere Darmabschnitte entleert.  Am besten verträglich sind laut einer Studie Macrogole sowie die chemischen Wirkstoffe Bisacodyl und Natriumpicosulfat. Die häufig diskutierte Gefahr des Elektrolytverlustes bei längerfristiger Anwendung ist nach Expertenmeinung bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht gegeben. Allerdings sollte durch die Anwendung nur ein weich geformter Stuhl erzeugt werden und kein Durchfall.

KIJIMEA | Reizdarm
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