kinder-verstopfungVerstopfung ist durchaus keinreines Erwachsenenproblem. Selbst bei kleinen Kindern kann es zu hartnäckigen Verstopfungen kommen, die behandlungsbedürftig sind. Von einer Verstopfung (Obstipation) spricht man, wenn der Stuhl fest und hart ist und nur schwer abgesetzt werden kann. Quälende Blähungen und krampfartige Bauchschmerzen können zusätzlich auftreten. Durch die harte Beschaffenheit des Stuhls können schmerzhafte Risse, sogenannte Fissuren, am Darmausgang auftreten. Vor allem Kinder, die einmal die Stuhlentleerung als schmerzhaft empfunden haben, halten ihn gerne zurück, aus Angst vor einer weiteren Qual.

Medizinisch unterscheidet man zwei Arten von Verstopfung: Bei der “trägen” (atonischen) Verstopfung ist die Eigenbewegung des Darms vermindert. Hier ist es sinnvoll, den Kindern eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten anzubieten. In Kombination mit erhöhter Flüssigkeitsaufnahme kommt es zu einer Volumenzunahme im Darm, wodurch die Darmbewegung angeregt wird. Mit gutem Erfolg können auch Leinsamen oder Floh-samen eingesetzt werden. Beide verfügen über eine hohe Quellfähigkeit. Die Einnahme sollte allerdings über mehrere Wochen bis Monate erfolgen, um den Darm zu aktivieren. Leinsamen sollte auf jeden Fall im ungeschroteten Zustand gegeben werden, am besten im Müsli oder Joghurt. Die Dosierung ist altersabhängig. Auch eine Bauchmassage, kreisend im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel, mit einem entspannenden Öl ist für die kleinen Patienten äußerst angenehm. Regelmäßige Gänge zur Toilette, vor allem etwa 30 Minuten nach den Mahlzeiten, mit ausreichend Zeit können hilfreich sein. Bewegung ist auch für Kinder sinnvoll, damit die Verdauung gut funktioniert.

Anders liegt die Ursache der “krampfartigen” (spastischen) Verstopfung häufig im seelischen Bereich. Die Kinder sind durch Kummer oder schulische Anforderungen stark angespannt, was sich mit krampfartigen Bauchschmerzen und Krämpfen bei der Stuhlentleerung äußert. Hier haben sich die Anwendung von Wickeln mit Kamille und Auflagen mit Lavendel- oder Kümmelöl bewährt.