pills-3-128x128Die „Pille danach“ ist der umgangssprachliche Ausdruck für die hormonelle Verhütung nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr. Bei der geringsten Unsicherheit, ob eine ungewünschte Schwangerschaft eintreten könnte, kann in Deutschland auf Verlangen diese Notfallverhütung für die Frau verordnet werden. Oft ist die Einnahme dieser Pille unnötig, aber viele Frauen wissen nicht, wann Ihr Eisprung stattfindet oder es hat eine andere Verhütungsmethode fehlgeschlagen. Dennoch bietet die Einnahme keinen vollständigen Schutz vor einer möglichen Schwangerschaft.

In Deutschland gibt es zwei Wirkstoffe, die in jeweils nur einer Tablette eingenommen werden. Das eine Medikament enthält ein Gestagen, das unter anderem den Eisprung verhindert und bis drei Tage nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden kann. Sollte bereits eine Schwangerschaft bestehen, schadet der Wirkstoff dem Embryo nicht. Die nächste Periode tritt dann in normaler Stärke und zum erwarteten Zeitpunkt ein, allerdings kann der nächste Eisprung früher stattfinden. Das andere verfügbare Medikament verhindert das Andocken eines Hormons, das für den Beginn und die Aufrechterhaltung einer Schwangerschaft notwendig ist. Diese Tablette kann sogar bis fünf Tage danach eingenommen werden. Allerdings muss vor der Einnahme eine eventuelle Schwangerschaft aus den Vormonaten ausgeschlossen sein. Egal für welches Medikament sich die Frau nach einem ärztlichen Gespräch entscheidet, je früher es angewendet wird, desto sicherer ist dessen Wirkung.  Als Nebenwirkungen können Kopf- und Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Menstruationsstörungen auftreten. Wird innerhalb von drei Stunden nach der Einnahme erbrochen, muss die Anwendung auf jeden Fall wiederholt werden. Deshalb empfiehlt sich die Tabletteneinnahme mit oder nach dem Essen. Mit einigen Arzneistoffen ergeben sich Wechselwirkungen, wodurch die Wirkung gehemmt wird. Auch nach einer derartigen Notfallverhütung muss im restlichen Zyklus verhütet oder hormonelle Kontrazeptiva weiterhin eingenommen werden. Die Notfallverhütung stellt in jedem Fall eine Ausnahme dar und sollte so selten wie möglich genutzt werden. Aus diesem Grund sind in Deutschland beide Wirkstoffe nur mit einer ärztlichen Verordnung erhältlich, nicht so in anderen Ländern. Für weitere Fragen ist Ihre Apotheke gerne für Sie da und berät Sie umfassend zum Thema Verhütung.