GespraechIm Schnitt verbringt ein Mensch in einem Angestelltenverhältnis 55.000 Stunden in sitzender Haltung. Früher war das Sitzen den Mächtigen wie Königen und Bischöfen vorbehalten. Das Sitzen ist ein Teil unseres Zivilisierungsprozesses und hat vielfältige Folgen für unseren Gesundheitszustand. Sobald wir auf einer Sitzmöglichkeit Platz nehmen, fährt der Organismus seinen Energiebedarf herunter. Die Energie, die zum Sitzen verbraucht wird, ist kaum mehr als die zum Schlafen. Die falsche Haltung, vor allem bei stundenlangem Arbeiten vor dem Computer, führt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen an der Wirbelsäule. Durch Lesen am Schreibtisch und Computerarbeit wird vor allem die Halswirbelsäule belastet und die Nackenmuskulatur verkrampft sich. Kommen noch Stress, Druck und Anspannung dazu, verstärkt sich die Symptomatik.
firmenlauf Bergkamen sitzenWer viel sitzt, dessen Verdauungssystem arbeitet langsamer. Im Magen kann es drücken und ein Völlegefühl nach dem Essen ist nicht selten. Der Darm wird träge und es kommt häufiger zu Verstopfungen. Menschen, die die meiste Zeit des Tages im Sitzen verbringen, haben einen messbar höheren Puls und Blutdruck. Das führt auf Dauer zu einer Belastung des gesamten Herz-Kreislauf-Systems. Über die Jahre macht die Bauchmuskulatur schlapp.
Wie viel Zeit man täglich im Sitzen verbringt, ist den meisten gar nicht richtig bewusst. Denn will man irgendwo hin, geschieht das meist in sitzender Position: Vom Frühstückstisch geht´s ins Auto, dann auf den Bürostuhl und abends auf die Couch. Der Körper passt sich dieser Lebensweise mit veränderten Stoffwechselvorgängen an, die einer Zuckerkrankheit ähneln. In der Folge steigen Blutzucker- und Insulinspiegel. Der Fettstoffwechsel reagiert darauf mit der Anlage von Fettdepots. Übergewicht ist die Folge. Auch die Gefäße reagieren auf zu häufiges Sitzen mit entzündungsähnlichen Reaktionen. Die Folge sind Verengungen und Funktionsstörungen von Venen und Arterien. Vor allem bei Frauen, die gerne mit übereinandergeschlagenen Beinen sitzen, ist die verminderte Durchblutung ein Problem. Der Blutfluss wird beeinträchtigt und die Entstehung von Krampfadern gefördert.
Sinnvoll ist es, regelmäßig die Sitzposition zu ändern, zwischendurch aufzustehen und sich zu bewegen. Stehpulte und ergonomische Sitzhilfen entlasten die Rückenmuskulatur. Telefonate und Besprechungen lassen sich durchaus im Stehen oder Gehen erledigen.