nasensprayFast jeder hat es schon einmal benutzt: ein abschwellendes Nasenspray bei Schnupfen. Schätzungsweise sind mehr als 100.000 Menschen von diesen rezeptfrei erhältlichen Sprays, die die verstopfte Nase schnell und zuverlässig wieder freimachen, abhängig. Die Wirkstoffe in den Nasensprays stimulieren bestimmte Rezeptoren in der Nasenschleimhaut, wodurch sich die Gefäße dort verengen. Die Schleimhaut wird weniger stark durchblutet und schwillt infolgedessen ab. Allerdings birgt der längerfristige Gebrauch von abschwellenden Nasensprays auch Gefahren. Es tritt ein Gewöhnungseffekt auf, sodass die Nasenschleimhaut bereits nach kurzer Zeit nach der Sprayanwendung wieder anschwillt („Rebound-Effekt“). Der Betroffene muss häufiger zum Nasenspray greifen und wird sozusagen abhängig. Der genaue Mechanismus dieses Rebound-Effektes ist noch nicht geklärt.

Laut Herstellerangaben auf dem Beipackzettel von Nasensprays oder Nasentropfen wird eine nur kurzfristige Anwendung von nicht häufiger als dreimal täglich und nicht länger als sieben Tagen empfohlen. In einer Studie entwickelten alle Teilnehmer nach 30 Tagen und dreimal täglicher Nasenspray-Anwendung eine Abhängigkeit. Hier wird die Notwendigkeit deutlich, die Sprays nicht länger als eine Woche anzuwenden.

Bei einem normalen Erkältungsschnupfen ist es sicherlich kein Problem, das Nasenspray nur sieben bis maximal zehn Tage anzuwenden. Problematisch wird es für Allergiker, die oftmals ganzjährig unter einer verstopften Nase leiden. Hier ist die Abhängigkeit schon vorprogrammiert. So wird immer häufiger gesprüht, um überhaupt noch einen Effekt zu erzielen. Vor allem abends vor dem Schlafengehen soll die Nase frei sein um einschlafen zu können. Allerdings wird so die Nasenschleimhaut langfristig geschädigt. Doch meist schafft der Patient es nicht, das Spray einfach abzusetzen.

Ein Trick zur Entwöhnung: Nur noch in ein Nasenloch sprühen und für das andere eine Salzlösung verwenden, die die Schleimhäute befeuchtet. So kann man wenigstens durch ein Nasenloch frei atmen. Nach einigen Tagen schwillt das unbehandelte Nasenloch ab und man kann auf das Spray verzichten. Eine andere Variante ist die Verdünnungsmethode. Ausschleichend wird immer niedriger dosiert: zuerst eine Kinderdosierung (0,05%) und dann eine Säuglingsdosierung (0,025%).