Schmerztherapie mit Wärme oder KälteDie Anwendung von Wärme oder Kälte zur Schmerztherapie ist seit der Antike bekannt und gehört auch heutzutage noch zu den wichtigsten Hausmitteln. So legt man eine Wärmflasche auf einen schmerzenden Bauch oder hält einen verbrannten Finger unter kühlendes Wasser.

SchmerztherapieDie Wirkung lässt sich folgendermaßen erklären: Unser Organismus hat eine Grundtemperatur von etwa 37 Grad Celsius, die er möglichst konstant halten muss. Bei höheren oder niedrigeren Temperaturen arbeiten die Organe im Extremfall nicht mehr und die Stoffwechselvorgänge werden gestört. Der Körper reagiert auf Kälte- oder Wärmereize immer mit einer Gegenregulation, die vor allem über die Haut gesteuert wird. Die vielen kleinen Blutgefäße der Haut ziehen sich bei Kälte zusammen, die Hautdurchblutung nimmt ab und der Körper gibt weniger Wärme nach außen ab. Umgekehrt erweitern sich die Gefäße bei warmen Umgebungstemperaturen oder bei Fieber. Der Körper schwitzt, gibt also Wärme nach außen ab. Der Schweiß  verdunstet auf der Haut, was zu einem zusätzlichen Kühleffekt führt.

Der Körper reagiert auf die verschiedenen Reize zumeist mit einer Entzündungsreaktion. Zu den häufigsten Auslösern gehören äußere Reize wie Prellungen, Verstauchungen und Verbrennungen, bei denen Gewebe zerstört wird. Es kommt an der Stelle zu Rötung, Schwellung, Schmerzen Übererwärmung und Bewegungseinschränkung. So kann etwa eine sofortige Kühlung mit Wasser nach einer Prellung oder Verbrennung den beginnenden Entzündungsprozess aufhalten und deutlich zur Schmerzreduktion beitragen. In der Sportmedizin werden gerne auch Kältesprays angewendet, allerdings muss auf eine sorgfältige Anwendung geachtet werden. Für die Hausapotheke sind Gel-Kompressen, die man für den Notfall im Kühlschrank lagert oder bei Bedarf aktiviert, sehr empfehlenswert. Auch bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen der Gelenke und Wirbelsäule hat sich die Kältetherapie bewährt.

Schmerztherapie = Wärmetherapie

abc Pflaster VersandapothekeHäufiger allerdings wird in der Apotheke die Wärmetherapie nachgefragt, wenn es um degenerative Gelenkerkrankungen und Rückenschmerzen geht. Neben der klassischen Anwendung von Heizkissen, Wärmflasche, Bädern oder Rotlicht gibt es Salben (Finalgon), die eine Erwärmung der Hautoberfläche bewirken. Die Wirkstoffe sollten nicht bei Verletzungen oder bestehenden Hauterkrankungen aufgetragen werden. Sehr beliebt sind auch fertige Wärmepflaster (ABC-Wärmepflaster) für diverse Körperstellen, die nach dem Aufkleben eine langanhaltende und tiefgehende Wärme verbreiten.

 

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