TablettenDie EU-Kommission hat Anfang Januar beschlossen, die Verschreibungspflicht für die „Pille danach“ aufzuheben. Schon in den nächsten Wochen soll ein Erwerb des Notfallkontrazeptivums mit dem Namen „Ellaone“ ohne Rezept aus der Apotheke möglich sein. Aber dafür muss der EU-Beschluss zunächst an das deutsche Recht angepasst werden. Für den darin enthaltenen Wirkstoff Ulipristal-Acetat ist die Arzneimittelverschreibungsverordnung zu ändern, auch hat der Hersteller Umverpackung sowie Packungsbeilage zu ändern. Solange das nicht passiert ist, dürfen deutsche Apotheker das Medikament nicht ohne ärztliche Verschreibung aushändigen. Für einen weiteren Wirkstoff zur Anwendung als Notfallkontrazeptivum, Levonorgestrel, könnte ebenfalls im März die Rezeptpflicht aufgehoben werden.
Damit eine maximale Wirkung der Pille danach erreicht wird, sollte sie möglichst schnell nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden. Der mögliche Einnahmezeitraum für Ulipristal beträgt bis zu fünf Tage, bei Levonorgestrel sind es bis zu drei Tage nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Die Wirkung ist bei beiden Wirkstoffen gleich: Sie verschieben den Eisprung. Allerdings bewirkt Ulipristal dies noch am Tag vor dem Eisprung, Levonorgestel nicht mehr.
Der Apotheker wird vor der Abgabe einige Dinge abklären: Prinzipiell darf er die Herausgabe nicht verweigern. Allerdings sollten Minderjährige unter 14 Jahren die Einverständniserklärung der Eltern vorlegen. Auch muss eine bestehende oder vermutete Schwangerschaft ausgeschlossen sein. Ferner wird sich der Apotheker versichern, dass die Frau nicht unter chronischen Krankheiten, schwerem Asthma oder Leberfunktionsstörungen leidet. Stillende Frauen müssen nach der Einnahme eine entsprechende Stillpause einhalten.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten wie etwa Johanniskraut können die schwangerschaftsverhütende Wirkung beeinträchtigen. Für die Anwenderin können sich folgende Nebenwirkungen ergeben: Kopfschmerzen, Unwohlsein und Übelkeit sowie Schmerzen im Unterleib. Sollte sie bis zu drei Stunden nach der Einnahme erbrechen, ist die Anwendung zu wiederholen. Wichtig ist es auch zu wissen, dass es nach der Einnahme nicht sofort zu einer Abbruchblutung kommt. Bis zur nächsten Blutung muss also zusätzlich mit Kondomen verhütet werden.
Ihre Apotheke vor Ort informiert Sie umfassend über die Anwendung und Nebenwirkungen der „Pille danach“. Außerdem können Sie sich über die Möglichkeiten zur Verhütung beraten lassen.