ppi OmeprazolPatienten, die dauerhaft PPI (PPI steht für Protonenpumpeninhibitor, zu Deutsch: Protonenpumpenhemmer) wie Omeprazol einnehmen, neigen vermehrt zu gastrointestinalen Infektionen. Das gilt besonders für Clostridium-diffizile-assoziierte Erkrankungen. Der Gastroenterologe Prof. Pohl von der Asklepios-Klinik Altona in Hamburg und Kollegen ermittelten in einer Studie, dass sich die Wahrscheinlichkeit einer Infektion unter PPI fast verdoppele, die Rezidivgefahr um etwa 50 Prozent erhöht sei. Als wahrscheinlichste Ursache gilt eine veränderte Kolonisation der Darmschleimhaut. Unter PPI steigt die Durchlässigkeit der Säurebarriere, Bakterien aus dem Mund können besser durchflutschen. So fand sich bei den 200 PPI-Anwendern außer einer geringeren Diversität auch ein erheblicher Zuwachs bei Staphylo-, Pneumo- und Enterkokken. Pohl mahnt: „Die Studienergebnisse sollten dazu stimulieren, PPI sinnvoll und indikationsgemäß einzusetzen –und den großzügigen Umgang mit PPI zu stoppen“.

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