Wer schon einmal eine Nierenkolik gehabt hat, weiß, welche Schmerzen dabei auftreten. Allein in den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Patienten verdreifacht, die unter  Nieren-, Harnleiter- oder Blasensteinen leiden. Die Ursache: Eine Ernährungsweise, die zu viel Fleisch und Alkohol, zu wenig Gemüse und Obst und eine zu geringe Trinkmenge aufweist. Auch Stoffwechselstörungen, Bewegungsmangel, Infektionen der Harnwege, Stress und Gicht können eine Rolle spielen.

Harnsteine kommen in jedem Lebensalter vor, auch schon bei Kindern, allerdings bei Männern doppelt so häufig wie bei Frauen. Sie bilden sich, wenn Stoffe, die normalerweise im Urin gelöst sind, wegen ihrer hohen Konzentration Kristalle bilden und allmählich zu Steinen heranwachsen. Diese setzen sich aus unterschiedlichen Stoffen zusammen, am häufigsten jedoch sind die Ablagerungen aus Kalzium und Oxalaten. Es finden sich auch Steine, die aus Harnsäure, Zystin, Kalziumphosphat, Xanthin oder Magnesium-Ammoni-um-Phosphat bestehen.

Ihre Entstehungsweise verdeutlicht: Wer immer ausreichend trinkt, dabei Alkohol meidet, läuft selten Gefahr Steine zu bilden. Empfehlenswert sind zweieinhalb bis drei Liter Flüssigkeit am Tag. Stoffe wie Phosphat, Kalzium und Oxalat bleiben dann im Urin gelöst und werden mit ihm abtransportiert. Dennoch bedeutet dies nicht, dass kalziumreiche Nahrungsmittel wie Käse, Milchprodukte oder Grünkohl gemieden werden sollten, denn Kalzium ist ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Stoffwechsels.

Da etwa 60 Prozent aller Steinpatienten mit Neubildungen rechnen müssen, ist zur Vorbeugung auch die Verringerung des Urin-Säurewertes wichtig – durch eine stärker vegetarisch ausgerichtete Ernährung. Fleisch, Innereien und Fisch machen den Urin sauer – Früchte und Fruchtsäfte, vor allem Zitrusfrüchte, aber auch Kartoffeln und fast alle Gemüsesorten wirken basisch. Patienten mit Oxalatsteinen sollten meiden: Rhabarber, Spinat, Mangold, Rote Bete, Petersilie auch schwarzen Tee, Kakao und Instant-Kaffee.

Bis zu 80 Prozent der Harnsteine verlassen den Körper auf natürliche Weise. Tritt jedoch eine Kolik auf, ist eine ärztliche Notfall-Behandlung erforderlich. Der natürliche Abgang eines Steins kann durch Zufuhr von viel Flüssigkeit in Verbindung mit krampflösenden und schmerzstillenden Medikamenten unterstützt werden. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Tees, die gezielt zur Harntreibung und zur Steinprophylaxe eingesetzt werden können: z.B. Bärentraube, Hauhechel, Birke, Goldrute, Petersilie oder Schachtelhalm. Gern berät Sie Ihr Apotheker über die richtige Anwendung.