schmerzenBei der Migräne handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, von der etwa zehn Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Frauen leiden etwa dreimal so häufig an den halbseitigen, oft pulsierend starken Kopfschmerzen. Der anfallsartig auftretende Schmerz ist zumeist begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit.

Rund ein Viertel der Patienten klagen über eine Migräneaura, die dem Kopfschmerz vorausgeht. Hier können optische oder sensible Wahrnehmungsstörungen sowie motorische Ausfälle auftreten. Über die Ursachen der Migräne sind sich die Forscher noch nicht einig. Lange Zeit galt die Theorie, dass es zu einer Verengung der Blutgefäße im Gehirn aufgrund einer Sauerstoffunterversorgung kommt. Die darauffolgende Weitstellung der Gefäße als Gegenregulation erklärte die plötzliche starke Kopfschmerzattacke. Mittlerweile gilt als gesichert, dass die Durchblutungsstörungen nicht die Ursache, sondern nur Begleitsymptome der Migräne sind. Vielmehr scheint eine sich wellenförmig über das Gehirn ausbreitende elektrische Störung, eine sogenannte kortikale Streudepolarisierung (CSD), den Anfang einer Migräneattacke zu bestimmen. Diese elektrische Welle gilt mit ziemlicher Sicherheit als Auslöser für die Aura. Schließlich kommt es zur Ausschüttung von Entzündungsmediatoren und damit zur Erweiterung der Hirnhautgefäße. Diese zeitliche Verzögerung ließe auch die  Zeitspanne von einer halben Stunde zwischen Auftreten der Aura und Einsetzen des Kopfschmerzes erklären.

Allerdings lässt sich mit dieser Theorie nicht erklären, warum eine Aura nur bei einer Minderheit der Migränepatienten auftritt. Als Auslöser für eine Migräne gelten hormonelle Faktoren, Stress, Schlafmangel und bestimmte Lebensmittel. Aber auch die genetische Veranlagung hat einen hohen Stellenwert: Die Gehirnzellen von Migränepatienten sind leichter erregbar.

Sinnvoll für Migränepatienten ist es, Stress zu vermeiden, Entspannungstechniken zu erlernen und regelmäßig zu essen. Hilft das alles nichts, kann mit Medikamenten vorgebeugt werden: Betablocker wirken beruhigend auf das überaktive Gehirn. Kommt es dennoch zu einem Anfall, stehen freiverkäufliche Schmerzmittel, auch Triptane in kleinen Mengen zur Verfügung. Alternative Heilmethoden wie Akupunktur oder Homöopathie zeigen ebenfalls Erfolge. Dennoch sollte eine neu auftretende Migräne zunächst vom Facharzt abgeklärt werden.