pills5128x128.jpgZur Senkung eines krankhaft erhöhten Cholesterinspiegels kann der Arzt sogenannte Statine verordnen. Diese bewirken eine Enzymhemmung, wodurch die körpereigene Cholesterinsynthese unterdrückt wird. In der Folge wird vermehrt gefäßschädigendes LDL-Cholesterin aus der Blutbahn in die Zellen aufgenommen.

Statine senken effektiv den LDL-Blutspiegel und können so das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls minimieren. Allerdings kann es je nach Auswahl des Arzneistoffes schon bei niedrigen Dosierungen zu unangenehmen Nebenwirkungen kommen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Muskelschmerzen, ein Schwächegefühl in der Muskulatur sowie muskelkaterähnliche Schmerzen. Davon sind 75 Prozent der Patienten betroffen. Gerade bei sportlich aktiven Menschen tritt das Phänomen verstärkt auf, sodass deren sportliche Leistungsfähigkeit abnimmt.

Wissenschaftler haben jetzt einen möglichen Mechanismus für diese Nebenwirkung entdeckt: Das Enzym, das durch die Statineinnahme gehemmt wird, spielt eine wichtige Rolle im Coenzym Q10-Stoffwechsel. Coenzym Q10 ist maßgeblich an der Bereitstellung der gesamten Körperenergie beteiligt. So konnte in einer Studie gezeigt werden, dass unter Statineinnahme die Energieproduktion der Muskelzellen behindert wird. Dadurch kommt es zu den typischen Muskelschmerzen.

Ob die Notwendigkeit besteht, ein Statin zur Cholesterinsenkung einzusetzen, sollte von Arzt und Patient sorgfältig abgewogen werden. Eine eindeutige Indikation für eine medikamentöse Cholesterinsenkung ist ein Schlaganfall oder Herzinfarkt in der Krankengeschichte des Patienten. Außerdem ist deren Einsatz sinnvoll, wenn beim Patienten weitere Risikofaktoren vorliegen, wie Bluthochdruck, Übergewicht oder Rauchen. Die auf dem Markt befindlichen Statine unterscheiden sich in ihrem Potenzial, den LDL-Spiegel zu reduzieren. Je höher die Dosis gewählt wird, desto wahrscheinlicher werden Nebenwirkungen wie etwa Muskelschmerzen auftreten. Vor allem sollte das Medikament bei auftretenden Nebenwirkungen nicht eigenmächtig abgesetzt werden. Eventuell hilft hier schon eine Reduktion der Dosis oder auch eine Substitution mit Coenzym Q10.