LippenherpesErst kribbelt es an der Lippe, dann spannt es. Schließlich entstehen nässende, juckende Bläschen. Lippenherpes ist weit verbreitet und lästig, für Erwachsene aber normalerweise harmlos. Auch ohne Behandlung klingt die Infektion nach zehn bis 14 Tagen wieder ab. Doch: Küssen ist in dieser Zeit verboten, denn die Viren sind hochansteckend.

Hinter dem Lippenherpes steckt das Herpes-Simplex-Virus vom Typ 1. Schätzungsweise 50 Prozent der Kinder und 80 bis 90 Prozent der Erwachsenen sind mit dem Virus in Kontakt gekommen. Infizieren kann man sich übers Husten und Niesen genauso wie übers Küssen oder das gemeinsame Trinken aus einem Glas.

Von einer Erstinfektion bekommen die meisten gar nichts mit. Doch einmal eingedrungen, verbleiben die Viren ein Leben lang im Körper des Betroffenen. Allerdings brechen sie als Lippenherpes längst nicht bei jedem aus. Nur ein bis zehn Prozent der Infizierten entwickeln überhaupt Krankheitszeichen.

Lichtempfindlich durch MedikamenteOb ein Ausbruch erfolgt, hängt oft davon ab, wie geschwächt das Immunsystem ist. So kann eine akute oder chronische Erkrankung der Auslöser sein, aber ebenso Stress oder UV-Strahlung. Manche Betroffene berichten, dass sie regelmäßig dann Herpes bekommen, wenn sie sich stark geekelt haben. Die Folge: Es spannt, juckt, dann treten die oft schmerzhaften, später juckenden Bläschen an der Lippe auf. Nach einigen Tagen verkrusten sie und fallen dann nach kurzer Zeit wieder ab. Nur bei sehr geschwächtem Immunsystem kann sich der Virus im gesamten  Körper ausbreiten, in seltenen Fällen droht eine Hirnhautentzündung; auch der Befall der Hornhaut des Auges ist gefürchtet. In solchen Fällen sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.

LippenherpesGegen die Spannungsgefühle und um die Leidenszeit zu verkürzen, hält Ihre Apotheke rezeptfreie Salben mit dem Wirkstoff Aciclovir oder Pencivir vorrätig. Wird die Salbe sofort beim ersten Ziehen aufgetragen, heilt ein Herpes in wenigen Tagen wieder ab.

Auf keinen Fall sollten Herpes-Bläschen aufgestochen oder aufgekratzt werden, denn dadurch kann sich der Bereich stark entzünden.

Lippenherpes und KinderUm Umwelt und Familienmitglieder zu schützen – denn die nässenden Bläschen sind höchst ansteckend – ist Küssen genauso tabu wie das gemeinsame Benutzen von Besteck.  Regelmäßiges Händewaschen ist jetzt noch wichtiger als sonst. Besondere Vorsicht ist beim Umgang mit Säuglingen geboten. Wer häufig unter Herpes-Bläschen leidet, kann sein Immunsystem mit Zinkprodukten aus der Apotheke stärken.