ernaehrungspyramideNeben den Allergien nehmen Intoleranzen, also Unverträglichkeiten auf bestimmte Nahrungsmittel stark zu. Seit Jahren klagen immer mehr Menschen darüber, dass sie Milchzucker (Laktose) oder Fruchtzucker (Fruktose) schlecht vertragen. Auch eine Unverträglichkeit von Sorbit und Gluten aus dem Weizen sowie eine Histamin-Intoleranz kommen häufig vor. So kommt es nach dem Verzehr von Nahrungsmitteln mit diesen Bestandteilen bei den Betroffenen zu Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfällen oder Verstopfung.
Eine weitere Möglichkeit, auf die bisher in der Diagnostik noch kein so großes Augenmerk gelegt wurde, ist die Unverträglichkeit von Mehrfachzuckern, sogenannter Oligosaccharide, als Auslöser für die Beschwerden. Mehrfachzucker sind, wie der Name schon sagt, aus zwei bis neun Einfachzuckern zusammengesetzt. Sie kommen vor allem in Hülsenfrüchten  und in sämtlichen Lauch- und Zwiebelsorten vor. Bei den Getreidearten weisen Weizen und Roggen die höchsten Anteile an Oligosacchariden auf, beim Obst sind es Orangen und Bananen. Als einziges tierisches Nahrungsmittel sind in der Milch Mehrfachzucker enthalten.
Unser Verdauungssystem ist nicht in der Lage, diese verketteten Zuckermoleküle auseinanderzuknacken und verdaubar  zu machen. Als Abbauprodukte entstehen Gase. Je nach Zusammensetzung der individuellen Darmflora des Menschen können mehr oder weniger starke Probleme in Form von Blähungen und Bauchschmerzen auftreten.
Abhilfe lässt sich nur über ein Aufspüren der entsprechenden Unverträglichkeiten schaffen. Neben dem Ausschluss eines Reizdarm-Syndroms kann der Arzt durch einen Atemtest eine Laktose-, Fruktose- oder Sorbit-Intoleranz festzustellen. Solch einen Test gibt es aber für die Oligosaccharid-Unverträglichkeit leider noch nicht.
Hier bleibt nur die Ausschluss-Diät: Der Patient isst für einige Tage nur Reis und nimmt nach und nach ein Nahrungsmittel dazu, was möglichst frei oder arm an Oligosacchariden sein sollte. So können sukzessive Lebensmittel als Verursacher ausgeschlossen oder ermittelt werden. Abhilfe schafft auch die Besiedlung des Darms mit nützlichen Bakterienstämmen, um die Verdauung zu unterstützen. Auch die Einnahme der entsprechenden Enzyme zum Abbau kann eine gute Hilfe dar-stellen.