l-tyroxinThyroxin ist ein körpereigenes Hormon, das in der Schilddrüse produziert wird. Zusammen mit Trijodthyronin, einem anderen Schilddrüsenhormon, ist es an den verschiedensten Prozessen im Körper beteiligt, unter anderem am Stoffwechsel. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) stellt der Körper zu wenig Thyroxin her. Symptome wie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Konzentrationsstörungen sind die Folge. Um solche Symptome zu behandeln, wird dem Körper L-Thyroxin zugeführt.

Wenn trotz richtig dosierter Schilddrüsentablette die Blutwerte auch auf Dauer nicht ins Lot zu bringen sind, steht mancher Arzt vor einem Rätsel. Eine mögliche Lösung kann im Magen liegen – genauer: in seiner Säureproduktion. Wer das Schilddrüsenhormon L-Thyroxin in Tablettenform einnimmt, sollte nämlich genug Magensäure produzieren. Denn auch bei einer zuverlässigen täglichen Einnahme der Tablette muss gewährleistet sein, dass der Wirkstoff tatsächlich im Darm aufgenommen wird, um ausreichend zu wirken. Und hierfür braucht Thyroxin auf jeden Fall den sauren Magensaft.

Wenn eine stabile L-Thyroxin-Dosis sich nur schwer einstellen lässt, sollte man auch an mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten oder Nahrungsmitteln denken. Angesichts der Häufigkeit sollte man wissen, welche Wechselwirkungen bei einer Substitutionstherapie mit L-Thyroxin zu erwarten sind.

So können polyvalente Kationen wie Kalzium-, Magnesium-, Aluminium-, Zink- oder Eisen-Ionen die Therapie beeinflussen. Diese sind nicht nur in freiverkäuflichen magensäurebindenden Antazida, sondern auch in zahlreichen Sportgetränken, Brausetabletten, Osteoporose-Medikamenten, ja sogar in Mineralwässern und Nahrungsergänzungsmitteln vorhanden. Durch die Bildung von schwerlöslichen Komplexen können sie die Aufnahme von L-Thyroxin vermindern, so dass L-Thyroxinn mindestens zwei Stunden vorher eingenommen werden sollte.

Medikamente können die Aufnahme des Hormons im Dünndarm ebenfalls hemmen. Dazu gehören Wirkstoffe, die bei erhöhten Cholesterinwerten, bei Fettstoffwechselstörungen eingesetzte Gallensäurekomplexbildner   oder einer Hyperkaliämie eingesetzt werden. Hier sollte sogar ein Abstand von mindestens vier Stunden zur L-Thyroxin-Einnahme eingehalten werden.

Sojahaltige Produkte einschließlich sojahaltiger Nahrung sowie Kaffee und Milch stören ebenfalls die L-Thyroxin-Aufnahme aus dem Darm. Milchkaffee kann man hier als ‚Duo infernale‘ bezeichnen. Nicht umsonst wird daher empfohlen, dass man nach der morgendlichen Einnahme von L-Thyroxin mindestens eine halbe Stunde nüchtern bleiben sollte – das schließt auch den Morgenkaffee mit ein.