5712662Migräne kann nicht nur bei Erwachsenen auftreten, sondern auch schon bei Kindern. Etwa jeder zehnte Mensch leidet unter den pochenden Kopfschmerzen, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie nicht wie sogenannte sekundäre Kopfschmerzen durch Erkrankungen oder Verletzungen hervorgerufen werden. Bei den Minderjährigen scheint die Zahl der Betroffenen zuzunehmen.

Migräne äußert sich bei Kindern ähnlich wie bei Erwachsenen, jedoch kann es bei den Symptomen Abweichungen geben. Dennoch ist der Ablauf ähnlich und gliedert sich in mehrere Phasen. Während der Vorbotenphase spüren die Patienten, dass sich ein Migräneanfall ankündigt, beispielsweise durch Müdigkeit, Heißhunger, Magen-Darm-Probleme oder Reizbarkeit. Der eigentlichen Kopfschmerzphase kann noch die sogenannte Aura voran gehen, bei der die Kinder visuelle Erscheinungen in Form von Lichtblitzen oder Bildern sehen oder unter Geruchstäuschungen leiden. Außerdem können Arme und Beine einschlafen  oder die Kinder können benommen sein.

Tritt dann der Schmerz zutage, spüren Kinder im Vergleich zu Erwachsenen diesen meist auf beiden Stirnhälften und an den Schläfen. Allerdings geht der Schmerz bei jüngeren Patienten häufig auch schneller vorbei. Ebenso wie Erwachsene können sie unter Begleiterscheinungen wie Schwindel, Unruhe, Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Gleichgewichtsstörungen leiden.

An die Kopfschmerzphase schließt sich die Rückzugsphase an, in der die Symptome abklingen. Sie wird von Müdigkeit begleitet und häufig reicht den Kindern der Schlaf um wieder schmerzfrei zu sein.

Migräneauslöser können bei Kindern physischer und psychischer Stress, Schwankungen des Blutzuckerspiegels, Unverträglichkeiten oder Mangel von bestimmten Nahrungsmitteln sowie Umwelteinflüsse (z.B. Abgase) sein. Damit der Kinderarzt eine gesicherte Diagnose stellen kann, ist es wichtig, dass Eltern Symptome und Verlauf des Migräneanfalls festhalten. Eine Möglichkeit ist das Führen eines Migränetagebuchs. Sind nach eingehender Beobachtung die Triggerfaktoren, also die Auslöser der Migräne, bekannt, sollten diese so gut wie möglich vermieden werden. Entspannungsübungen, wie sie in speziellen Kursen vermittelt werden, können den Kindern bei der Stressminderung helfen.