frau-abnehmenWer kennt die Frustration nicht? Da wird eine erfolgversprechende Diät nach der anderen ausprobiert und schon nach wenigen Monaten hat man das verlorene Gewicht oder sogar noch mehr wieder zugenommen. Man spricht vom sogenannten Jo-Jo-Effekt. Für die Regulation unseres Körpergewichts wirken Hormone des Gehirns sowie des Magen-Darm-Traktes und des Fettgewebes eng zusammen. So ist etwa der Anstieg eines bestimmten Hormons im Blut dafür verantwortlich, dass wir ein Hungergefühl verspüren, andere wiederum wirken appetithemmend. Wird nun infolge einer Diät Gewicht abgenommen, verändern sich auch die Konzentrationen dieser regulierenden Hormone. In einer australischen Studie galt es herauszufinden, wie lange diese Veränderungen nach Diätende im Körper noch anhalten. Man hoffte, eine Erklärung dafür zu finden, warum Menschen nach einer Diät schnell wieder zunehmen. Die fünfzig Studienteilnehmer waren alle übergewichtig, Nichtraucher und hatten keine chronischen Stoffwechselerkrankungen wie etwa Diabetes. Die tägliche Nahrungsaufnahme belief sich auf 500-550 Kilokalorien pro Tag. Nach zehn Wochen wurde die Diät beendet, jedoch mit der Vorgabe, wenig Fett und Kohlenhydrate zu essen und sich mehrmals wöchentlich körperlich zu bewegen. Die 34 Personen, die die Studie bis zum Ende durchführten, hatten im Durchschnitt 13,5 Kilogramm abgenommen. Interessant war, dass der Blutspiegel der Hormone, deren Absinken für die Appetitsteigerung verantwortlich ist, stark abgenommen hatte. Es war damit zu rechnen, dass es nach einem Diätende zunächst wieder zu einer Gewichtszunahme durch verstärkten Appetit kommt. Doch dass die Konzentration der regelnden Hormone selbst nach einem Jahr nicht wieder auf die Ausgangswerte vor der Diät zurückgegangen war, war auch für die Studienleiter sehr erstaunlich. Das bedeutet, dass es auch eine physiologische Erklärung für die hohe Versagensquote von Diäten gibt und dies nicht nur auf das Zurückkehren zur gewohnten Ernährung erklärt werden kann. Um eine Gewichtsreduktion dauerhaft halten zu können, müsste es möglich sein, die körpereigenen Regulationsmechanismen auszuschalten, was sicher noch Zukunftsmusik ist.