IngwerIngwer ist die Heilpflanze des Jahres 2018. Glaubt man den zahlreichen Berichterstattungen, ist die auch als Ingber, Ingwerwurzel oder Ginger bekannte Knolle unter anderem wirksam bei Erkältungen und Halsschmerzen, lindert Magen-Darm-Beschwerden und wirkt Heißhungerattacken entgegen. Aber was ist wirklich dran an den Heilversprechen?

Bereits in der Antike gelangte die Knolle aus Mittel- und Südostasien nach Europa. Zu den wichtigsten Anbaugebieten gehören China, Taiwan, Nigeria, Sierra Leone, Jamaika und Indien. Der auf dem deutschen Markt erhältliche Ingwer stammt meist aus China. Neben dem frischen Ingwer, der den typisch brennend-scharfen Geschmack aufweist, wird getrockneter, gemahlener, eingelegter oder kandierter Ingwer angeboten. In der Küche wird die gelbe Knolle in der Regel zum Würzen und Verfeinern herzhafter oder süßer Speisen verwendet oder es gibt die Möglichkeit Ingwertee zu trinken.

Der unterirdisch horizontal wachsende Wurzelstock wird aber auch seit Jahrtausenden sowohl als Gewürz als auch als Arzneidroge verwendet. In der traditionellen chinesischen und der ayurvedischen Medizin wird die Knolle bei Verdauungsstörungen, Übelkeit, Fieber, Halsschmerzen, rheumatoider Arthritis sowie Infektions- und Wurmerkrankungen eingesetzt.  Die moderne Schulmedizin hat erst in jüngster Zeit begonnen, das therapeutische Potenzial der Ingwerknolle zu erforschen. Nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand soll Ingwer das Bewegungsvermögen des Magen-Darm-Trakts erhöhen und ein wirksames Mittel gegen verschiedene Formen der Übelkeit vor allem im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Reise- und Seekrankheit sein. Außerdem wirkt Ingwer antioxidativ, schützt also unsere Zellen vor freien Radikalen und weist antibakterielle, antivirale, entzündungshemmende und schmerzlindernde sowie fiebersenkende Eigenschaften auf. Ingwer ist auch in der Lage bestimmte Krebserkrankungen zu verzögern. Trotz umfangreicher Studien steht ein Wirkungsnachweis beim Menschen allerdings in manchen Fällen noch aus.

Ingwer ist auch ein beliebtes „Hausmittelchen“, wird jedoch zunehmend in Form von Nahrungsergänzung angeboten und verwendet. Anders als der haushaltsübliche Gebrauch wird die Sicherheit hochdosierter Produkte in Fachkreisen noch kritisch diskutiert, da Nebenwirkungen wie Verdauungsstörungen, Sodbrennen oder Herzklopfen auftreten können. So sollen sich vor allem Schwangere, Patienten mit Gallensteinen, Diabetes oder Blutgerinnungsstörungen vor der Einnahme größerer Mengen von einem Fachmann beraten lassen.