fieberkrampfDas Risiko für Säuglinge und Kinder einen Fieberkrampf zu erleiden, ist in der Regel zwischen dem sechsten Lebensmonat und dem fünften Lebensjahr am höchsten. Frühgeborene Kinder erkranken häufiger. Der Fieberkrampf gleicht einem epileptischen Ereignis, das nur wenige Minuten anhält.

Zunächst kommt es zu einer gleichzeitigen Versteifung aller Muskelgruppen und das Kind verliert das Bewusstsein. Die Muskeln am ganzen Körper zucken. Durch Kontraktionen des Zungenmuskels kann es passieren, dass Speichel aufgeschlagen wird und als Schaum vor den Mund tritt. Obwohl diese Form des einfachen Fieberkrampfes zumeist nur wenige Minuten dauert, ist er für die Eltern sehr dramatisch. Der Anfall bleibt aber ohne Folgen für die weitere Kindesentwicklung. Der kleine Patient kann sich kaum erinnern und schläft oft erschöpft ein. Dennoch sollte zur Abklärung auf jeden Fall ein Notarzt gerufen werden.

Zu 90 Prozent verlaufen die einfachen Formen harmlos. Komplizierte Anfälle dauern dagegen länger als fünfzehn Minuten und wiederholen sich innerhalb von 24 Stunden. Ein weiterer Unterschied ist, das nur bestimmte Körperteile von den Muskelzuckungen betroffen sind, was die Wahrscheinlichkeit für ein späteres Auftreten von Epilepsie erhöht.

Die genaue Ursache für das Auftreten von Fieberkrämpfen ist nicht endgültig geklärt. Man geht davon aus, dass durch das Fieber die Isolierung der Nervenzellen herabgesetzt wird und es zu einer Aktivierung größerer Gehirnareale kommt. Ein Fieberkrampf entwickelt sich bei einem Infekt während des Temperaturanstiegs. Problematisch sind dabei rasche Fieberanstiege. Ein häufiger Auslöser für solch einen Krampfanfall ist das Drei-Tage-Fieber, das durch Herpesviren verursacht wird.

Andere Ursachen sind Reaktionen auf Impfungen und andere Infektionskrankheiten, die mit Fieber einhergehen. Auf jeden Fall sollten Eltern bei einem Fieberkrampf Ruhe bewahren und das Kind seitlich lagern, damit es sich nicht verletzen kann und Speichel abfließen kann. Zumeist ist der Anfall vorbei, wenn der Notarzt kommt. Falls nicht, verabreicht der Arzt muskelentspannende Medikamente.

Um dem Auftreten weiterer Anfälle vorzubeugen, sollten beim nächsten fieberhaften Infekt frühzeitig fiebersenkende Maßnahmen ergriffen werden, wie etwa Wadenwickel oder die Gabe von Paracetamol oder Ibuprofen. Treten die Anfälle häufiger auf, kann der Arzt muskelentspannende Medikamente für den Notfall verordnen.