FieberDie Körpertemperatur des Menschen unterliegt strengen Regulationsmechanismen. In einer bestimmten Gehirnregion findet ein permanenter Abgleich zwischen Soll- und Istwert der Körperkerntemperatur statt. Im Normalfall beträgt sie zwischen 36,5 und 37,4 Grad Celsius mit leichten Schwankungen im Tagesverlauf. Bereits bei Werten zwischen 37,5 und 38 Grad Celsius spricht man von einer erhöhten Temperatur. Von 38,1 bis 39 Grad Celsius handelt es sich um leichtes bis mäßiges, danach um hohes Fieber, bei Werten  ab 40 Grad Celsius um sehr hohes Fieber.

Bei der Messung kommt es auch immer darauf an, wo und mit welchem Thermometer gemessen wird. Am genauesten ist nach wie vor die rektale Messmethode. Hier liegen die Werte etwa 0,5 Grad Celsius unter der eigentlichen Körpertemperatur.

Eine Messung im Mund oder unter der Achsel ist zwar angenehmer für den Patienten, bringt aber keine so zuverlässigen Werte. Infrarotthermometer zur Fiebermessung im Ohr oder an der Schläfe sind beliebt und einfach in der Durchführung. Allerdings können gerade dort bei falscher Handhabung die Werte zu niedrig ausfallen.

Gerade bei Patienten mit Immunschwäche oder Tumorerkrankungen ist leichtes Fieber ein wichtiges Infektionszeichen. Ist eine rektale Messung  nicht möglich, liefert bei Kindern die Messung im Ohr und bei Erwachsenen die Messung unter der Zunge die zuverlässigsten Werte. Besonders bei Kindern ist Fieber ein häufiges Symptom und zeigt eine effektive Immunreaktion an. Der Körper reagiert auf eingedrungene Viren oder Bakterien mit einer Erhöhung des Sollwertes für die Körperinnentemperatur. Das heißt, der Körper versucht gegenzusteuern, wärmeabgebende Prozesse werden gehemmt: Die Durchblutung der Haut wird gedrosselt, der Patient friert. Die Muskeln fangen an zu zittern, Schüttelfrost kann auftreten.

Beim Fieberabfall gibt der Körper Wärme ab – der Patient schwitzt. Bestimmte Funktionen der Immunantwort laufen verstärkt bei höheren Temperaturen ab. Deshalb ist eine sofortige Fiebersenkung gerade bei Kindern zumeist nicht angeraten, außer es handelt sich um bekannte Vorerkrankungen. Entscheidend sind dabei stets das Befinden des Kindes,  eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme und körperliche Schonung. Zur Senkung sind  Paracetamol und Ibuprofen in entsprechenden Dosierungen, für Erwachsene noch ASS Mittel der Wahl.

Wenn das Fieber allerdings länger als drei Tage anhält, sich nicht senken lässt oder es sich um Säuglinge handelt, sollte auf jeden Fall ein Arzt befragt werden.