DenguefieberBeim Denguefieber handelt es sich um eine Virusinfektion, die von verschiedenen Mückenarten übertragen wird. Die wichtigsten Überträger sind die Weibchen der Gelbfiebermücke und der asiatischen Tigermücke. Vornehmlich tritt die Infektion in tropischen und subtropischen Gebieten auf. Dort erkranken immer mehr Menschen an Denguefieber, laut WHO etwa 50 bis 100 Millionen Menschen jährlich. Zwischen 2000 und 2010 haben sich die Erkrankungsfälle verdoppelt. Wahrscheinlich liegen die Zahlen der Erkrankten noch höher. Die Krankheit heilt von alleine aus und Symptome werden oft verkannt.

Nach dem Mückenstich und dem Ausbruch der Erkrankung besteht eine Inkubationszeit von drei bis 14 Tagen. Die Krankheit klingt bei den meisten Patienten nach drei bis sieben Tagen wieder ab. Die grippeartigen Symptome lassen zunächst nicht an eine ernstere Erkrankung denken. Schwerere Verläufe zeigen sich mit Schüttelfrost, hohem Fieber und starken Kopf- und Gliederschmerzen. In seltenen Fällen kann ein hämorrhagisches Fieber mit inneren Blutungen und Koma auftreten, was durchaus tödlich verlaufen kann.

Aufgrund der allgemeinen Globalisierung schleppen immer mehr Reiserückkehrer die Infektion auch nach Europa ein. 2012 kam es bereits auf der portugiesischen Insel Madeira zu einem ersten Ausbruch in der Region mit über 2.000 Erkrankungsfällen. Vereinzelt wurden Fälle in Frankreich, Kroatien und Griechenland gemeldet. Dadurch, dass für die Übertragung des Denguevirus ein Vektor in Form einer Mücke benötigt wird, spricht man von sogenannten „vektorübertragenen Krankheiten“. In Deutschland denkt man bei dieser Bezeichnung an durch Zecken verbreitete Borreliosen und an FSME sowie an die durch Nagetiere übertragenen Hantaviren. Auch in Deutschland hat sich die Zahl der Reiserückkehrer mit Denguefieber vervielfacht: Waren es 2001 noch 60 beim Robert-Koch-Institut gemeldete Fälle, so waren es 2013 bereits 879 erkrankte Personen. Am häufigsten wurde die Erkrankung aus thailändischen Reiszielen mitgebracht. Ärzte und Apotheker sollten auf einen wirksamen Mückenschutz hinweisen und bei Erkrankungen nach Auslandsreisen verstärkt an Tropenkrankheiten denken. Selbst wenn die akuten Beschwerden nach etwa einer Woche abklingen, klagen die Patienten noch mehrere Wochen über Abgeschlagenheit.