Biologie des AlternsEine Sache haben alle Menschen gemeinsam – sie werden älter. Aber warum hat es den Anschein, dass Menschen unterschiedlich altern? Warum sehen manche Menschen „jünger“ aus als sie eigentlich sind? Äußere Anzeichen für das Altern sind Falten, Altersflecken und lichter werdendes Haar. Um diese zu bekämpfen stehen uns vielzählige Cremes und Lotionen zur Verfügung. Was viele allerdings nicht wissen ist, dass die Schnelligkeit des körperlichen Alterns nicht allein von unseren Genen abhängt sondern auch davon, wie wir uns verhalten, wo wir leben und wie wir mit unserer Umwelt umgehen.

Um den Zusammenhang zwischen  unserem Aussehen, Verhalten und Umwelt zu verstehen, muss man sich die Zellen des menschlichen Körpers genauer betrachten. Alternde Zellen sind im Vergleich zu jungen Zellen in ihrer Funktion und Reaktion deutlich starrer, das heißt, sie erholen sich weniger rasch und gut von Hitze-   oder Kälteschocks, sie reagieren schlechter auf hormonelle Stimulation und sterben schon bei geringen UV-Strahlendosen. Ernähren wir uns fetthaltig, rauchen, trinken Alkohol oder liegen zu lange in der Sonne, setzen wir unseren Körper biologischem Stress aus. Dies führt bei jungen aber auch bei älteren Menschen zu molekularen Schäden, zum Beispiel in der DNA. Solche Schäden treten in jeder Minute tausendfach auf. In jungen Zellen greift ein Reparaturmechanismus, der ständig die entstehenden Schäden ausbessert. Dagegen häufen sich bei alternden Zellen im Laufe der Zeit die Schäden so sehr, dass sie nicht mehr alle beseitigt werden können.

Das bedeutet: Die Zellen können sich nicht mehr regenerieren, der Körper kann immer schlechter mit Stress umgehen. Die gesammelten Schäden bewirken, dass Organe leichter versagen oder Tumore entstehen können. Unsere Haut beispielsweise zeigt Veränderungen in der Pigmentierung und Elastizität – es entstehen Altersflecken und Falten.

Es lässt sich leicht ein Unterschied zwischen genetisch bedingtem und äußerlich beeinflusstem Hautaltern feststellen. Die schädliche, sogar krebserregende Wirkung von Tabak und UV-Strahlung ist bereits wissenschaftlich bewiesen. Ebenso verantwortlich für das sichtbare Altern sind bestimmte Stoffe, die wir zu uns nehmen. So kann beispielsweise  übermäßiger Alkoholgenuss das frühzeitige Altern der Haut begünstigen. Momentan sind Wissenschaftler damit beschäftigt, den Einfluss von Luftverschmutzung auf die menschliche Haut zu erforschen.