acetylsalicylsäure ASS (Acetylsalicylsäure) ist nicht nur ein weit verbreitetes Mittel gegen Kopfschmerzen sondern schützt auch vor lebensbedrohlichen Verklumpungen des Blutes und verhindert somit in vielen Fällen das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Die sogenannte „Kardio-ASS“ wird häufig Menschen verordnet, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben und somit ein deutlich erhöhtes Risiko für das erneute Auftreten eines solchen Vorfalls besitzen. Ebenso ist ASS für Patienten eine Option, die eine koronare Herzkrankheit aufweisen, eine Ballondilatation mit Stentimplantation oder eine Bypass-Operation hinter sich haben.

Darüber hinaus gibt es Menschen, für die zur Vorbeugung eine tägliche ASS-Einnahme empfohlen wird und zwar dann, wenn das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall in den nächsten zehn Jahren statistisch gesehen bei über 20 Prozent liegt. Acetylsalicylsäure wird hier in einer viel geringeren Dosis, 75 – 100 mg täglich, als etwa zur Behandlung von Kopfschmerzen verschrieben.

Obwohl die Behandlung mit niedrigdosierter ASS in klinischen Studien einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung eines erneuten Herzinfarktes oder Schlaganfalls leistet, ist sie bei vielen Patienten unbeliebt. Etwa zehn bis zwanzig Prozent der Patienten setzen „Kardio-ASS“ in den ersten drei Jahren nach ihrem Herzinfarkt wieder ab, da sie sich sicher fühlen. Von den anderen nehmen viele die Mittel unregelmäßig ein. Mögliche Gründe für die Absetzung sind schlichtes Vergessen der Einnahme, keine offensichtlicher therapeutischer Nutzen oder Nebenwirkungen wie etwa Magenbeschwerden.

Gerade diese Patienten sind jedoch stark gefährdet. Eine Studie mit mehr als 600.000 Patienten in Schweden zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit, ein kardiovaskuläres Ereignis nach Absetzung der Medikation zu erleiden, um 27 Prozent erhöht ist im Vergleich zu den Patienten, die ASS weiterhin regelmäßig einnehmen. Nach weiteren Berechnungen kommt auf 74 Patienten, die ihre „Kardio-ASS“ eigenmächtig abgesetzt haben, einer, der dadurch einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten hat. Das Risiko steigt sofort nach dem Absetzen der Medikation und war dann über den gesamten Zeitraum erhöht. Ärzte warnen vor diesem sogenannten „Rebound-Effekt“ und raten den Patienten, den entsprechenden Anweisungen zur Einnahme zu folgen.