Zeckenjahr 2018In diesem Sommer wird es besonders viele Zecken geben und damit eine höhere Gefahr, an Meningitis oder Borreliose zu erkranken, warnen Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF).

Seit 2009 erforscht ein DZIF-Team die Ausbreitung und Aktivität des FSME-Virus in Deutschland. Sie haben ein Modell entwickelt, mit dem sie die Zeckendichte bereits im Winter für den jeweils kommenden Sommer voraussagen können. In das Modell fließen zum einen die Zahl der Bucheckern zwei Jahre vor dem aktuellen Sommer sowie die jährliche Durchschnittstemperatur und die Wintertemperatur im Jahr davor ein. Je mehr Bucheckern es zwei Jahre vor dem fraglichen Sommer gibt, umso mehr Wild und Nagetiere haben Futter und dienen wiederum als Überträger der Zecken, die dann ebenfalls vermehrt auftauchen.

Für 2018 wurde die höchste je gefundene Zeckenzahl vorausgesagt, die seit Beginn der Untersuchungen gefunden wurde.

Um die Gefahr der Hirnhautentzündung FSME vorzubeugen, sollte man sich impfen lassen, insbesondere im süddeutschen Raum, wo die Dichte an Viren-infizierten Zecken höher ist. Neben dem Gemeinen Holzbock und der Auwaldzecke kommt jetzt möglicherweise eine weitere aus dem Mittelmeerraum stammende Zecke mit dem Namen Ixodes inopinatus als Überträger hinzu. Welche Regionen zu den Risikogebieten gehören, erfährt man auf der Website des Robert-Koch-Instituts.

Borreliose dagegen kann deutschlandweit von Zecken übertragen werden, der Erreger ist in etwa jeder vierten Zecke zu finden – unabhängig von der Region. Hier hilft nur Vorbeugung und Wachsamkeit nach Waldspaziergängen und Aufenthalten im Freien. Ein Impfstoff gegen Borreliose steht derzeit noch nicht zur Verfügung. Je schneller die Zecke entfernt wird, umso geringer ist die Gefahr an Borreliose zu erkranken. Kommt es dennoch zu einer Infektion, kann mit Antibiotika behandelt werden.

Im Gegensatz zu den FSME-Viren, die bei Kontakt mit menschlichem Blut sofort in die Blutbahn des Menschen übergehen, bleiben die Borrelien vorerst im Darm der Zecke. Etwa 24 Stunden dauert es, bis sie in den Saugrüssel der Zecke gelangen und damit auf den Menschen übertragen werden können.

Falsch ist es, die Zecke mit Öl, Klebstoff, Nagellack, Wasser oder Zigarettenhitze zum Abfallen zu bewegen. Mit einer spitzen Pinzette, einem Taschenmesser oder einer Zeckenkarte mit Schlitzen, die unter die Zecke geschoben werden, lässt sie sich am besten entfernen.